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Verschollene Figuren zurück, Residenz-Fassade wieder vollständig | BR24

© BR Fernsehen

Nach über siebzig Jahren ist es endlich soweit: Die Fassade über dem Ehrenhof der Würzburger Residenz ist wieder komplett. Am Dienstag werden abschließend zwei Figuren von einem Schwerlastkran an ihren Platz gehoben.

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Verschollene Figuren zurück, Residenz-Fassade wieder vollständig

Die Fassade der Würzburger Residenz ist wieder komplett hergestellt - 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und 75 Jahre nach der Bombardierung des Schlosses. Zwei Figuren der Balustrade waren verschollen und fehlten seit dem Wiederaufbau.

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Bis Dienstag klafften zwei Lücken auf der Balustrade im Ehrenhof der Würzburger Residenz – einem Weltkulturerbe. Doch nun ist die Fassade wieder komplett – erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg. Denn seit dieser Zeit waren beiden Figuren – ein Mann und eine Frau, die bis dato an den beiden Enden der Balustrade thronten – verschollen. Auf Bildern aus der Zeit nach der Zerstörung sind sie noch zu sehen. Im Mai vergangenen Jahres dann der Fund – eine Sensation: In der Kasematte, einer Art Kellergewölbe im Hofgarten, fand Restauratorin Sabine Vogt einen Steinkopf – den der weiblichen Figur. Mit schwerem Gerät barg sie zusammen mit Experten der Schlösser- und Seenverwaltung die bis zu 400 Kilogramm schweren Teile.

Zustand der Statuen besser als erwartet

Sensationell war auch, was alles in der Kasematte gefunden wurde: Die Figuren waren – zerlegt – nahezu vollständig erhalten. "Es ist eigentlich mehr als wir uns erwartet haben. Wir hatten mit einem deutlich mehr fragmentarisiertem Zustand gerechnet. Und jetzt passt doch alles wie angegossen", erklärt Sabine Vogt.

Der gute Zustand der Figuren war eine ideale Basis für die Arbeit des Würzburger Bildhauers Boris Rycek. Er klebte die Teile zusammen, ergänzte fehlende Stellen und begann schließlich zusammen mit seinem Sohn Michael, per Hand auf den Millimeter genau Kopien zu erstellen und keinen Abguss, wie es bisher üblich war. Mehr als zwei Monate dauerte das. Für die Bildhauer ein besonderer Auftrag: "Man läuft über den Residenzplatz und zeigt seiner Frau, seinen Kindern und seinen Freunden dann: Schau mal da oben, das waren wir", erzählt er.

© Christian Wölfel/BR-Studio Mainfranken

Kopie einer der verschollen Figuren von der Fassade der Würzburger Residenz

Fassade rechtzeitig zum 300. Jahrestag vervollständigt

Am Dienstag dann der große Moment: Mit einem Kran wurden die beiden Figuren auf die Balustrade der Residenz gebracht und in mehr als 20 Metern Höhe von den Bildhauern verankert – auch das war Präzisionsarbeit. Nun – pünktlich zum 300. Jahrestag der Grundsteinlegung der Residenz am Freitag – ist die Ehrenhof-Fassade wieder komplett.

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