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Vier Bauarbeiter wurden verletzt, als zwischen Hauptbahnhof und Donnersberger Brücke ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg explodierte. Die 250-Kilo-Bombe war bei Bauarbeiten angebohrt worden.

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Fliegerbombe in München explodiert: Verletzte und Bahnchaos

Ein lauter Knall in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs: Bei der Explosion einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg sind vier Menschen verletzt worden. Der Bahnverkehr um den Bahnhof wurde zunächst eingestellt.

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Henning PfeiferHenning PfeiferManuel RauchManuel RauchMoritz M. SteinbacherMoritz M. SteinbacherBR24  RedaktionBR24 Redaktion
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Ein lauter Knall und eine Rauchsäule: Mitten auf Münchens wichtigster Zugstrecke ist es am Mittwochmittag zu einer Explosion gekommen. Vier Bauarbeiter wurden teils schwer verletzt. Zwischenzeitlich gab es enorme Auswirkungen auf den Zugverkehr. Nach Angaben von Feuerwehr und Polizei war bei Bohrungsarbeiten im Bereich der Donnersbergerbrücke eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert.

Vier Verletzte - OP rettet Schwerverletztem das Leben

Durch die Wucht der Explosion der Fliegerbombe wurde ein Bagger umgeworfen, in der näheren Umgebung vibrierten die Fensterscheiben. Ein Bauarbeiter wurde schwer, drei weitere leicht verletzt.

Nach einer medizinischen Erstversorgung wurde der Schwerverletzte in den Schockraum einer Münchner Klinik transportiert. Sein Zustand sei nach einer vierstündigen Operation nun stabil, teilte das Krankenhaus am Mittwochabend mit. Durch die Detonation sei dem Mann fast ein Bein abgerissen worden. Ein interdisziplinäres Team habe das Bein rekonstruieren können, inzwischen sei es auch wieder durchblutet.

Polizei und Feuerwehr im Großeinsatz

Die Detonation ereignete sich nach Auskunft von Polizei und Feuerwehr in der Nähe der Bahngleise an der Baustelle für die zweite S-Bahn-Stammstrecke. Die Gleise selbst seien aber nicht betroffen gewesen, so die Feuerwehr. Die S-Bahnen auf der Stammstrecke wurden sofort angehalten, teils wurden sie evakuiert. An Fahrzeugen und Gebäuden kam es zu etlichen Beschädigungen.

Polizei und Feuerwehr rückten zu einem Großeinsatz aus. Rund 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr und mehr als 40 Kräfte der Polizei waren vor Ort, zwei Polizeihubschrauber kreisten über der Gegend. Zusammen mit dem Rettungsdienst versorgten die Feuerwehrleute die verletzten Bauarbeiter. Zudem waren Spezialisten für Kampfmittelentschärfung im Einsatz, die die Reste der Fliegerbombe begutachteten. Inzwischen ist der Polizeieinsatz beendet, es finden noch Aufräumarbeiten statt. Das Fachkommissariat der Polizei München ermittelt, wie es zu dem Unfall kam.

Zugverkehr rollt wieder

Der Zugverkehr zwischen den S-Bahn-Stationen Laim und Rosenheimer Platz wurde wegen des Einsatzes rund zweieinhalb Stunden lang gesperrt. Das betraf sowohl den Nah- als auch den Fernverkehr.

Inzwischen sind alle Sperrungen wieder aufgehoben, teilt die Bahn mit. Fern-, Regional- und S-Bahnen fahren wieder. Laut Bahn wird es allerdings noch dauern, bis alle S-Bahnen wieder im gewohnten Takt alle Haltestellen anfahren können.

Innenminister Herrmann fordert Aufklärung

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) war am Unglücksort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Er wünschte den Verletzten gute Genesung. Warum die Fliegerbombe nicht vorab entdeckt wurde, ist noch unklar. Möglicherweise lag sie dafür zu tief im Erdreich.

Normalerweise werde bei Bauarbeiten in der Münchner Innenstadt immer genau und regelmäßig sondiert, wo Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg liegen könnten, sagte Herrmann. Er gehe davon aus, dass das auch auf dieser Baustelle der Deutschen Bahn geschehen sei. "Da muss jetzt ermittelt werden: Warum hat man diese Bombe vorher nicht erkannt?", forderte Herrmann. Ob die Arbeiten fortgesetzt werden können, konnte er nicht sagen. Das hänge davon ab, was im Vorfeld untersucht worden sei. Dies müsse nun im Einzelfall nachbereitet werden.

Deutsche Bahn will sich nicht äußern

Die Deutsche Bahn will sich derzeit nicht zum möglichen Hergang der Bombenexplosion in München äußern. Das gab eine Sprecherin der Bahn auf BR-Anfrage bekannt. Man arbeite eng mit der Polizei zusammen und unterstütze die laufenden Ermittlungen. Aktuell könne die Bahn auch noch keine Aussage dazu treffen, wie sich der Vorfall auf den weiteren Verlauf der Baumaßnahmen zur zweiten S-Bahn-Stammstrecke auswirke, so die Sprecherin.

Weiter heißt es in dem schriftlichen Statement, dass man zutiefst bedauere, dass es zu diesem Unfall gekommen ist und wünsche den Verletzten eine baldige Genesung.

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In der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs ist eine Fliegerbombe explodiert. Zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort.

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