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Verordnete Mehrarbeit: Lehrer überreichen Piazolo Protestnoten | BR24

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Der bayerische Lehrerverband BLLV fordert klare Regeln zum Umgang mit der Virusgefahr an Schulen. Die Schulen dürften nicht alleine gelassen werden, und für die Lehrer dürften keine schlechteren Regeln gelten als für die Schüler.

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Verordnete Mehrarbeit: Lehrer überreichen Piazolo Protestnoten

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband BLLV hat Kultusminister Piazolo etwa 20.000 Protestkarten überreicht. Darin wehren sich die Pädagogen gegen die Maßnahmen des Ministers, die ab September die Unterrichtsversorgung sicherstellen sollen.

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Mit Postkarten und Fotos hatte der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband Anfang Februar gegen die von Kultusminister Piazolo angeordnete Mehrarbeit protestiert. Dem Minister wurden nun etwa 20.000 dieser Protestkarten überreicht. Anschließend diskutierten beiden Seiten über die Maßnahmen.

Lehrer verlangen mehr Wertschätzung

Dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband geht es um ein Entgegenkommen des Kultusministeriums: BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann fordert mehr Wertschätzung – und Entlastung an anderen Stellen für ihre Kolleginnen und Kollegen.

Der Verband kritisiert die Maßnahmen, mit denen die fehlende Stellen ausgeglichen werden sollen - und die Mehrarbeit für die Lehrer bedeuten: Lehrer in Teilzeit aufstocken, Sabbatjahre streichen, ein Antragsruhestand erst ab 65. Eine Unterrichtsstunde mehr für Grundschullehrer sei dagegen nicht das Problem.

Auf Fortbildungen soll nicht verzichtet werden

Piazolo seinerseits deutete an, den Lehrern bei einigen Forderungen entgegenkommen zu wollen. Zeugnisse sollen zum Beispiel entschlackt oder die Proben beim Übertritt der vierten Klasse reduziert werden.

"Er deutet an, dass alles noch im Fluss ist, und das ist für uns ganz wichtig, dass die KollegInnnen vor Ort merken, dass vielleicht Entlastungsmaßnahmen auch für sie rausspringen." Simone Fleischmann, BLLV-Präsidentin

Anderen Forderungen des BLLV erteilt Piazolo allerdings eine Absage, zum Beispiel wegen der aktuellen Notlage kurzfristig auf Fortbildungen zu verzichten.

"Ich glaube, dass wir jetzt trotzdem, auch angesichts neuer Herausforderungen, unsere Lehrerinnen und Lehrer fortbilden sollten. Ich erwähne jetzt nur die Digitalisierung." Michael Piazolo, Kultusminister

Mehrarbeit wegen des Lehrermangels

Unter den Pädagogen ist der Unmut groß, seitdem der Minister Anfang Januar zu freiwilliger Mehrarbeit aufgerufen und zugleich verschiedene Maßnahmen verpflichtend vorgeschrieben hatte, die für viele Betroffene Mehrarbeit bedeuten. Viele Grundschullehrer müssen ab dem kommenden Schuljahr für voraussichtlich fünf Jahre eine Stunde pro Woche mehr unterrichten; diese Stunde soll ihnen später gutgeschrieben werden.

Ebenso wie an den Mittel- und Förderschulen müssen viele Teilzeitler ihren Stundenumfang aufstocken, der Vorruhestand ist in der Regel erst ab 65 Jahren möglich, und Sabbatjahre werden ganz gestrichen.

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Verordnete Mehrarbeit: BLLV überreicht Protestnoten an Piazolo