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Mord in Traunstein: 59-Jährige vermutlich aus Habgier getötet | BR24

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Zweieinhalb Monate wurde Manuela K. vermisst, nun haben Beamten die Leicher der 59-Jährigen gefunden. Ein Tatverdächtiger wurde bereits von der Polizei festgenommen.

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Mord in Traunstein: 59-Jährige vermutlich aus Habgier getötet

Eine seit Januar vermisste Frau aus dem Landkreis Traunstein ist Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurde die Leiche der 59-Jährigen gefunden und ein 60 Jahre alter Tatverdächtiger festgenommen.

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Eine seit zweieinhalb Monaten vermisste 59 Jahre alte Frau (Manuela K.) aus Bergen im Landkreis Traunstein ist Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Das haben Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz mitgeteilt. Nach verlässlichen Informationen des Bayerischen Rundfunks wurde die Leiche am Sonntag in einem Waldstück in der Nähe von Knappenfeld gefunden, einem Ortsteil von Siegsdorf. Von offizieller Seite wird der Fundort als "Gemeindebereich Siegsdorf" bezeichnet und auch auf Nachfrage nicht genauer mitgeteilt.

60-jähriger Deutscher in U-Haft

Im Zusammenhang mit dem Verbrechen wurde ein 60 Jahre alter Mann unter dringendem Tatverdacht in Untersuchungshaft genommen, er ist Deutscher mit Wohnsitz in Oberösterreich. Am 7. März wurde er in Freilassing festgenommen, wobei er keinen Widerstand leistete. Bei seiner Vernehmung leugnete er zunächst, mit der Tat etwas zu tun zu haben, zeigte den Vernehmungsbeamten dann allerdings am nächsten Tag das Versteck der Leiche in einem Waldstück in Siegsdorf (Lkr. Traunstein). Laut Kriminaldirektor Hans-Peter Butz, dem Leiter der "Sonderkommission Manuela", wies das Opfer deutliche Spuren von stumpfer Gewalt auf. Rechtsmediziner klären derzeit die genaue Todesursache und den Todeszeitpunkt.

Opfer wurde wahrscheinlich zu Hause ermordet

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau in der eigenen Wohnung getötet wurde. Schon vor dem Fund der Toten hatte eine Untersuchung ihrer Wohnung ergeben, dass aus einem Tresor ein höherer Geldbetrag fehlte. Auch ihr PKW war verschwunden. Er wurde erst Ende Januar im Traunsteiner Ortsteil Haidforst gefunden, war auf der rechten Seite beschädigt, der Außenspiegel fehlte. Die kriminaltechnische Untersuchung des Wagens brachte dort Blutspuren der Frau zutage. Am 3. Februar richtete die Polizei die "SoKo Manuela" ein.

© BR / Georg Barth

Nach Informationen des BR wurde die Leiche am Sonntag in einem Waldstück in der Nähe von Knappenfeld gefunden, einem Ortsteil von Siegsdorf.

Tatverdächtiger und Opfer lernten sich über Datingportal kennen

Laut Oberstaatsanwalt Volker Ziegler von der Staatsanwaltschaft in Traunstein haben sich der mutmaßliche Täter und das Opfer über ein Datingportal im Internet kennengelernt, der Mann hat die Frau dann in ihrer Wohnung besucht. Motiv war - nach einer ersten Einschätzung des Oberstaatsanwalts - Habgier, also ein finanzieller Hintergrund. Geboren und aufgewachsen ist der Mann in Traunstein, er kam immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Unterlagen weisen über 50 Einträge auf, die meisten beziehen sich auf Eigentumsdelikte. Wegen Gewalttaten ist der Mann noch nicht aufgefallen. Er hat zum Teil mehrjährige Haftstrafen abgesessen, zuletzt kam er 2013 aus der Haft.

Viele Spuren - aber lange, erfolglose Suche

Die Ermittler dieser SoKo haben laut Butz eine "außergewöhnlich hohe Anzahl von Ermittlungsspuren und knapp 700 kriminaltechnische Auswertungen durchgeführt". In den vergangenen Wochen gab es auch zahlreiche Suchmaßnahmen, unter anderem am Waginger See. Dort wurden im Schilfbereich eine Matratze und Bettzeug aus der Wohnung des Opfers gefunden. Auf den Fundort der Leiche in Siegsdorf gab es aber vor der Festnahme des mutmaßlichen Täters keinerlei Hinweise, deshalb wurde dort auch nicht gesucht.

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