BR24 Logo
BR24 Logo
BR24 - Hier ist Bayern
© BR/Renate Roßberger
Bildrechte: NEWS5

Julia ist wohlauf: Das acht Jahre alte Mädchen ist bereits einen Tag nach ihrer Rettung aus dem Krankenhaus entlassen worden. Sie war zwei Tage und Nächte im Wald umhergeirrt - und hat letztlich nur Kratzer und eine Unterkühlung erlitten.

2
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Nach Odyssee im Wald: Julia aus Krankenhaus entlassen

Julia ist wohlauf: Das acht Jahre alte Mädchen ist bereits einen Tag nach ihrer Rettung aus dem Krankenhaus entlassen worden. Sie war zwei Tage und Nächte im Wald umhergeirrt - und hatte letztlich nur Kratzer und eine Unterkühlung erlitten.

Von
Renate RoßbergerRenate RoßbergerBR24  RedaktionBR24 Redaktion
2

Der achtjährigen Julia, die zwei Tage und Nächte im Wald vermisst war und am Dienstag in Tschechien wiedergefunden wurde, geht es nach Auskunft ihres Vaters "relativ gut". Das sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz dem BR. Julia verbrachte die Nacht in einem deutschen Krankenhaus und lag dort in einem sogenannten Wärmebett, da sie unterkühlt war. Nach Auskunft der Polizei hat sie keine körperlichen Schäden, auch keine Erfrierungen davongetragen und außer ein paar Kratzern auch keine weiteren Verletzungen.

Am Mittwochnachmittag bereits wurde Julia aus dem Krankenhaus entlassen. Im Beisein der Familienangehörigen habe das Mädchen die Klink verlassen, berichtete die Polizei. Die Familie ließ über die Beamten mitteilen, dass man "überglücklich sei und sich ausdrücklich bei allen Helferinnen und Helfern bedankt". Seitens der Polizei bitte man aber explizit um Beachtung der Privatsphäre der Familie, die jetzt "erst einmal Zeit für sich" braucht.

Nachts im hohen Gras geschlafen und sich gefürchtet

Das Mädchen aus Berlin war am späten Sonntagnachmittag beim Wandern mit ihrer Familie im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet spurlos verschwunden. Etwa 1.400 Einsatzkräfte suchten seit der Vermisstenanzeige der Eltern nach der Schülerin, die Suche im Wald rund um den Berg Cerchov wurde auch in den Nächten auf Montag und Dienstag intensiv fortgesetzt. Erst nach 45 Stunden wurde sie von einem Förster entdeckt.

Julia habe versucht, den Wanderweg wiederzufinden, wo sie verloren gegangen war und sei deshalb immer wieder bergauf-bergab gegangen, so ein Polizeisprecher. Nachts schlief sie auf einer Wiese im hohen Gras. Sie habe erzählt, dass sie dabei auch Tiere wie Rehe, Füchse und ein Wildschwein gesehen habe. Julia beschrieb gegenüber der Polizei, dass sie sich nachts gefürchtet habe. Das sei auch der Grund gewesen, warum sie nicht auf sich aufmerksam gemacht habe.

Zwei Tage und Nächte nichts gegessen oder getrunken

Sie habe im Wald nichts gegessen oder getrunken, auch nicht Tropfwasser oder aus den vorhandenen Fließgewässern. Julia habe herbstliche Wanderkleidung mit einer Art Regenjacke getragen. Um sich warm zu halten, sei sie nach Angaben der Polizei immer wieder in Bewegung gewesen. Das sei in der Situation auch sinnvoll und richtig gewesen, um nicht noch mehr auszukühlen. Wahrscheinlich hat sie durch ihr Herumirren insgesamt an die zehn Kilometer zurückgelegt. Gefunden worden ist Julia in einem Waldstück zwischen dem Cerchov-Gipfel und dem tschechischen Dorf Ceska Kubice, etwa auf halber Strecke dazwischen.

Vorausgelaufen und verirrt

Inzwischen nennt die Polizei auch Details zu ihrem Verschwinden. Demnach war die Familie, die in Waldmünchen in Urlaub war, bereits auf dem Rückweg vom Berggipfel des Cerchov zurück ins Tal. Dabei sind das Mädchen, ihr Bruder und ihr Cousin vorausgelaufen und womöglich falsch abgebogen. Die beiden Buben wurden von zwei Radfahrern zu den Eltern zurückgebracht, die dort unterwegs waren. Das Mädchen, das noch ein Stück weiter vorausgelaufen war, verirrte sich.

"Hier ist Bayern": Der neue BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

Sendung

Regionalnachrichten aus der Oberpfalz

Schlagwörter