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Vermietung "nur an Deutsche" - Prozess in Augsburg | BR24

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Am Amtsgericht Augsburg findet am Nachmittag ein Zivilprozess gegen einen Vermieter wegen möglicher Diskriminierung statt. Er soll Ende April ein Inserat bei einem Immobilienportal aufgegeben haben. Darin stand, er vermiete nur "an Deutsche".

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Vermietung "nur an Deutsche" - Prozess in Augsburg

Am Amtsgericht Augsburg findet am Nachmittag ein Zivilprozess gegen einen Vermieter wegen möglicher Diskriminierung statt. Er soll Ende April ein Inserat bei einem Immobilienportal aufgegeben haben. Darin stand, er vermiete nur "an Deutsche".

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Ein Vermieter soll Ende April ein Inserat bei einem Immobilienportal aufgegeben und dazu geschrieben haben, dass er nur "an Deutsche" vermiete. Ein Mietinteressent mit afrikanischem Migrationshintergrund hatte dies zunächst gar nicht bemerkt und wollte sich nach der Wohnung erkundigen. Laut eigener Schilderung wurde er bei dem Anruf gefragt, ob er "Ausländer" sei. Der Vermieter soll dann das Telefonat einseitig beendet haben. Der Mietinteressent hat nun einen Zivilprozess gegen den Vermieter vor dem Amtsgericht Augsburg angestrengt.

Anklage: Diskriminierende Absichten

Das Vorgehen zeige rassistische und diskriminierende Absichten, eine Ungleichbehandlung sei sachlich nicht zu rechtfertigen, so der Kläger. Er hat den Vermieter daher zur Zahlung einer Entschädigung aufgefordert. Auch soll der Vermieter Wohnungsanzeigen mit rassistischem und diskriminierenden Inhalt künftig unterlassen.

Studien: Benachteiligung ethnischer Minderheiten

Studien zeigen, dass ethnische Minderheiten mit deutlichen Nachteilen auf dem Mietwohnungsmarkt zu kämpfen haben. Sie leben durchschnittlich in kleineren Wohnungen und bezahlen höhere Preise pro Quadratmeter. Laut einer gemeinsamen Analyse von Datenjournalisten des "Spiegel" und des Bayerischen Rundfunks vor zwei Jahren werden Wohnungssuchende mit türkischem oder arabischem Namen besonders stark diskriminiert. Bei Bewerbungen gingen sie in jedem vierten Fall leer aus, in denen ein deutscher Interessent eine positive Rückmeldung bekam.

Vermieter müssen sich grundsätzlich nicht zu Vergabekriterien äußern. Sie müssen ihre Entscheidung erst dann begründen, wenn sie von einem abgewiesenen Bewerber verklagt oder vor ein Schiedsgericht zitiert werden.