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Vermeintliche Geiselnahme von Mainkofen: Angeklagter in Freiheit | BR24

© dpa-Bildfunk/Armin Weigel

Vermeintlicher Geiselnehmer von Mainkofen in Freiheit

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Vermeintliche Geiselnahme von Mainkofen: Angeklagter in Freiheit

Nach der vermeintlichen Geiselnahme von Mainkofen hat das Landgericht Deggendorf entschieden, dass der Angeklagte nicht dauerhaft in die Psychiatrie muss. Laut Gutachter geht keine erhöhte Gefahr mehr von ihm aus. Der Mann ist somit frei.

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Das Landgericht Deggendorf hat am Montagabend im Fall der vermeintlichen Geiselnahme von Mainkofen entschieden, dass der Angeklagte nicht wie von der Staatsanwaltschaft beantragt zum Schutz der Allgemeinheit dauerhaft in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden muss.

Die Erste Strafkammer am Landgericht Deggendorf hat die beantragte Unterbringung am Abend zurückgewiesen. Der noch bestehende Unterbringungsbefehl wurde aufgehoben. Der vermeintliche Geiselnehmer hat am Abend das Deggendorfer Landgericht als freier Mann verlassen.

Zum Tatzeitpunkt schuldunfähig

Der 41 Jahre alte Österreicher hatte im Januar im Bezirkskrankenhaus Mainkofen stundenlang eine Mitpatientin mit zwei Messern bedroht, um seine Entlassung aus der Klinik zu erzwingen. Eine Spezialeinheit der Polizei konnte den Mann überwältigen. Weil er zum Tatzeitpunkt nicht nur an Wahnvorstellungen, sondern auch an einer akuten psychotischen Störung litt, war er schuldunfähig.

Sachverständiger: Keine erhöhte Gefahr mehr

Zum Schutz der Allgemeinheit hatte die Staatsanwaltschaft seine Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung gefordert. Laut eines vom Gericht bestellte Sachverständigen aber geht von dem Mann heute keine erhöhte Gefahr mehr aus. Die psychotische Störung sei nicht mehr vorhanden. Das Gericht hat den Unterbringungsantrag abgewiesen. Jetzt ist der Mann in Freiheit.

Verteidiger kritisiert Polizeieinsatz

Sein Verteidiger Ronny Raith kritisierte, dass es in der Klinik und bei dem großen Polizeieinsatz überhaupt so weit komme konnte. Erfolgreiche Deeskalation sehe anders aus.

Im Falle einer Verurteilung, so der Vorsitzende Richter Georg Meiski, wäre der Mann nicht wegen Geiselnahme, sondern wegen Freiheitsberaubung verurteilt worden. Von dem Mann seien keine konkreten, sondern diffuse Drohungen ausgegangen.