BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Verkürzte Sommerferien? Vater löst mit Aprilscherz Wirbel aus | BR24

© pa/dpa/Jens Kalaene

Im Kalender markierter 1. April

13
Per Mail sharen

    Verkürzte Sommerferien? Vater löst mit Aprilscherz Wirbel aus

    Eigentlich wollte ein Vater aus München seine drei Kinder nur in den April schicken. Mit einem manipulierten Spiegel-Artikel löste er jetzt aber einen Riesenwirbel aus. Sogar das Kultusministerium schaltete sich ein.

    13
    Per Mail sharen

    War es nur ein schlechter Aprilscherz? Oder werden die bayerischen Sommerferien aufgrund des Coronavirus wirklich auf nur drei Wochen verkürzt? Im Internet kursiert momentan jedenfalls diese Meldung.

    In einem Screenshot eines Spiegel-Berichts ist zu lesen: "Aufgrund des durch den Coronavirus ausgefallenen Unterrichts in den 3 Wochen vor Ostern haben sich der Kultusminister zusammen mit der Staatsregierung auf eine Kürzung der Sommerferien an bayerischen Schulen um drei Wochen geeinigt." Dazu sah man ein angeschnittenes Bild vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und dem Bundesfinanzminister Olaf Scholz.

    Nachricht ist falsch

    Die Nachricht, die der Spiegel verbreitet haben soll, ist allerdings definitiv eine Falschmeldung. Das hat das bayerische Kultusministerium jetzt klargestellt. Demnach gebe es derzeit keine solche Überlegungen.

    Kultusminister Piazolo verurteilte die Verantwortlichen scharf: "Derartige Scherze mitten in der Corona-Krise sorgen nur für Unruhe und Verunsicherung. In einer Zeit, in der alle Beteiligten auf verlässliche Informationen und Unterstützung seitens der staatlichen Behörden angewiesen sind, sind solche Aktionen unverantwortlich", so der Minister. Die genaue Pressemitteilung finden Sie hier.

    Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder widersprach den Gerüchten, dass in Bayern wegen der Corona-Krise die Sommerferien verkürzt werden sollen. "Ich finde April-Scherze immer lustig, aber bitte nicht im Zusammenhang mit Corona." Selbstverständlich würden in Bayern keine Ferien gekürzt, versicherte er. "Es sind im Moment auch übrigens keine Ferien, die auf etwas anzurechnen wären. Die Schülerinnen und Schüler sind im Moment ganz schön im Einsatz", so der CSU-Vorsitzende.

    Keine offizielle Spiegel-Meldung

    Auch das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" distanziert sich von seinem angeblichen Artikel. Auf Nachfrage des BR stellte der Redakteur, unter dessen Namen der Bericht veröffentlicht worden sein sollte, klar, dass es sich dabei um einen manipulierten Screenshot eines gestern vom Spiegel veröffentlichen Artikels über den gemeinsamen Auftritt von Markus Söder und Olaf Scholz handelt. Die Meldung habe so nie auf der Internetseite des Spiegels gestanden.

    Die Redaktion des Verlags hat nun auch auf Twitter reagiert.

    Mittlerweile ist auch bekannt, wer für diesen Fake-Artikel verantwortlich ist: Ein dreifacher Familienvater aus dem Raum München. Es sei allerdings keine böse Absicht gewesen, sondern lediglich ein harmloser Aprilscherz, beteuert der Mann, der die Situation am Nachmittag ebenfalls auf Twitter auflöste.

    Er habe seine Kinder reinlegen wollen und einen Screenshot der Internetseite bearbeitet. Der Erfolg war mäßig, der Vater enttäuscht. Seine Tochter habe zwei Sekunden lang ungläubig geschaut. Dann habe sie die eigentliche Absicht des Vaters entlarvt: "April, April!"

    Innerhalb von zwei Stunden durch Bayern

    Für den Vater war die Sache gelaufen, doch sein Sohn machte ein Foto von der angeblichen News-Seite, teilte es bei WhatsApp im Klassenchat und sorgte für großes Aufsehen. "Den Gag für meine Kinder bereue ich nicht, aber die Auswirkungen", sagte der Vater, der im Onlinemarketing arbeitet. Er sei erstaunt, wie unfassbar schnell sich das verbreitet habe. "Das ging durch Bayern innerhalb von zwei Stunden, ich habe da wohl einen Nerv getroffen", so der Mann.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!