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In Aschaffenburg können Pedelec-Fahrer ab 50 Jahren an einem kostenlosen Sicherheitstraining teilnehmen.

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    Verkehrsunfälle mit Pedelec: Sicherheitskurs kann helfen

    Die Zahl der Rad- und Pedelec-Fahrer hat pandemiebedingt zugenommen. Das zeigt sich auch an den steigenden Unfallzahlen mit beteiligten Radfahrern. Die Polizeidirektion Aschaffenburg will Senioren einen sicheren Umgang mit ihren Pedelecs beibringen.

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    Von
    • Silva Schreiner

    Fahrradfahren mit Elektrounterstützung – das ist leicht und unkompliziert. Mit dieser Einstellung gehen viele Menschen in den Fahrradladen und kaufen sich ein Pedelec. Viele Senioren stürzen sich im Anschluss, nach womöglich jahrelanger Fahrrad-Pause, wieder in den Radverkehr. Der unbeholfene Umgang mit dem Pedelec führt jedoch leicht zu Unfällen.

    Radunfälle in Bayern nehmen zu

    Pandemiebedingt waren laut bayerischer Verkehrsunfallstatistik im vergangenen Jahr mehr Radfahrer unterwegs als in den Jahren zuvor. Die Zahl der Radunfälle, Pedelecs miteingeschlossen, ist laut der Studie im Jahr 2020 um 9,6 Prozent gestiegen, die Zahl der verletzten Radfahrer sogar um 11,1 Prozent. In Unterfranken zeigt sich an einer Statistik des dortigen Polizeipräsidiums, dass sich im Jahr 2020 insgesamt 272 Unfälle mit Pedelecs ereignet haben. Das ist ein Zuwachs von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt machen die Unfälle mit Pedelecs mittlerweile 20 Prozent der Radunfälle in ganz Unterfranken aus.

    Handlungsbedarf in Aschaffenburg

    Die Polizeiinspektion Aschaffenburg hat in einer Statistik ebenfalls ausgewertet, dass die Pedelec-Unfälle in Stadt und Land in den letzten Jahren stetig zunehmen. Zudem haben sie festgestellt, dass insbesondere die Altersgruppe ab 50 Jahren an diesen Unfällen beteiligt ist. So sind an 36 Prozent der Pedelec-Unfälle in Aschaffenburg Personen im Alter von 51 bis 64 Jahren beteiligt.

    Sicherheitskurs der Polizeiinspektion

    "Nach der Auswertung der Pedelec-Unfälle haben wir gesagt, dass wir unbedingt dagegen etwas tun müssen“, so Matthias Weiß von der Polizeiinspektion Aschaffenburg. In Verbindung mit der Kreisverkehrswacht bietet er gemeinsam mit einer Kollegin deshalb bereits seit drei Jahren einen kostenlosen Pedelec-Sicherheitskurs für Menschen ab 50 Jahren an.

    Zweistündiges Training

    Nach einer kurzen theoretischen Einführung, können die Teilnehmer auf dem Verkehrsübungsplatz unter Aufsicht der beiden Verkehrserzieher üben. Dabei wird neben dem langsamen Fahren auch das Bremsen und Ausweichen geübt. Insgesamt dauert der Kurs knapp über zwei Stunden und bietet dabei trotzdem genug Zeit für die Fragen der Teilnehmer.

    Langsam fahren als Herausforderung

    "Bei dem Kurs sollen die Teilnehmer ihre Defizite ausbügeln und sich weiterbilden“, so Weiß. Pedelec-Fahrer hätten meist das Problem, dass insbesondere geringe Geschwindigkeiten auf dem Fahrrad Probleme bereiten, so Weiß. Der Kurs bringt den Teilnehmern bei, das Pedelec bei langsamem Tempo unter Kontrolle zu halten, sodass die Radfahrer zukünftig weniger ins Wackeln geraten. "Für mich war das ganz neu mit der Handbremse zu fahren“, erzählt Kursteilnehmerin Uta Reinhardt, "dass man da das Gleichgewicht hält und nicht runterfällt.“ Im Kurs mussten die Teilnehmer zum Teil auch persönliche Hürden überwinden. Am Ende des Sicherheitstrainings sind sich aber alle Kursteilnehmer einig, dass sie sich im Straßenverkehr ab sofort sicherer fühlen. "Ich bin auch ein bisschen stolz", so Uta Reinhardt.

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