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Verkehrsminister Reichhart will in die Kommunalpolitik wechseln | BR24

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Überraschung in der bayerischen Landespolitik: Verkehrsminister Reichhart (CSU) hat seine Kandidatur für das Amt des Günzburger Landrats angekündigt. Sein Ministeramt will er vorerst behalten, im Fall seiner Wahl würde er aber das Kabinett verlassen.

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Verkehrsminister Reichhart will in die Kommunalpolitik wechseln

Überraschung in der bayerischen Landespolitik: Verkehrsminister Reichhart (CSU) hat seine Kandidatur für das Amt des Günzburger Landrats angekündigt. Sein Ministeramt will er vorerst behalten, im Fall seiner Wahl würde er aber das Kabinett verlassen.

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Der bayerische Verkehrs- und Bauminister Hans Reichhart (CSU) kandidiert für das Amt des Günzburger Landrats. "Der Landkreis Günzburg ist meine Heimat und liegt mir besonders am Herzen", teilte der Minister dem BR mit. In den nächsten Jahren müssten viele Weichen gestellt werden - unter anderem für die ärztliche Versorgung im Landkreis, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und die weitere Entwicklung der Schullandschaft.

Das Wichtigste sei aber, den Landkreis weiterhin so zu erhalten und gleichzeitig voranzubringen, dass er eine lebens- wie liebenswerte Heimat bleibe. "Darum möchte ich mich um das Amt des Landrats bewerben."

Söder zeigt Verständnis

Gleichzeitig wies Reichhart einen Medienbericht zurück, demzufolge er das Kabinett auf eigenen Wunsch verlassen werde. "Ich trete nicht zurück", sagte der Minister dem Bayerischen Rundfunk. Während des Wahlkampfs und bis zur Kommunalwahl im kommenden März werde er zunächst Minister bleiben, betonte der 37-Jährige.

Reichhart ist seit November bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr - hatte bei der Landtagswahl im Oktober 2018 aber kein Landtagsmandat errungen. Bis vor kurzem war er auch Landesvorsitzender der Jungen Union Bayern. Falls er zum Landrat gewählt wird, würde er das Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verlassen. "Das ist schade", twitterte Söder. "Aber ich habe natürlich Verständnis dafür, dass er sich der Verantwortung vor Ort stellt." Über einen möglichen Nachfolger werde erst im neuen Jahr entschieden.

Landrat Hafner darf nicht mehr kandidieren

Der Günzburger Landrat Hubert Hafner (CSU) kann Reichhart zufolge "nach 24 Jahren intensivem Einsatz für unseren Landkreis altersbedingt nicht mehr zur Wahl antreten". Hafner ist 67 Jahre alt. Laut Gesetz darf in Bayern niemand zum berufsmäßigen ersten Bürgermeister oder Landrat gewählt werden, wer am Tag des Beginns der Amtszeit das 67. Lebensjahr vollendet hat". Bei der Landratswahl 2014 hatte sich Hafner mit 78 Prozent klar gegen Christine Kamm von den Grünen (22 Prozent) durchgesetzt.

Reichhart betonte, er sei in den vergangenen Monaten in vielen Begegnungen und Gesprächen darauf angesprochen worden, ob er bereit wäre, sich um Hafners Nachfolge zu bewerben. Er habe sich schon in den vergangenen Jahren in vielfältiger Weise für den Landkreis eingesetzt, ehrenamtlich, im Kreistag, aber auch auf Landesebene in seinem Ministeramt. "Dabei konnte ich Erfahrungen sammeln und Beziehungen aufbauen, die ich in den nächsten Jahren noch intensiver für den Landkreis Günzburg einsetzen möchte."

Landtagsabgeordneter tritt für Grüne an

Für die Grünen möchte gegen Reichhart der Landtagsabgeordnete Maximilian Deisenhofer antreten, wie er mitteilte. "Mir liegt die Region sehr am Herzen, ich bin hier aufgewachsen und lebe gerne hier." Die vergangenen sechs Jahre im Kreistag hätten ihm Lust gemacht auf mehr Politik auf Kreisebene, sagte der 32-Jährige. Seine Partei wolle den Bürgern nach 24 Jahren Hafner "ein Angebot für einen Politikwechsel machen".