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Bienen sammeln Nektar im Frühling
© BR/Sylvia Bentele
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Bienen sammeln Nektar im Frühling

Zum Start des Projekts sind jetzt erst einmal die 19 staatlichen Straßenbauämter dran. Sie werden je eine geeignete Strecke aussuchen. Mindestens einen Kilometer lang müssen diese Abschnitte sein, denn sie sollen bereits bestehende Lebensräume von Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten miteinander verbinden, sagt Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart.

"Jedes staatliche Bauamt soll seine Expertise auch generieren. Wir wollen dann auch einen Austausch zwischen den Experten ermöglichen, um dann, wenn das Projekt erfolgreich ist, auch noch weiter in die Fläche zu gehen. Denn unser Ziel muss es sein, die Räume, die wir haben, auch den Insekten zu öffnen und sie mit Leben zu füllen." Hans Reichhart (CSU), Verkehrsminister

Blühflächen auch an Autobahnen

Auch an den Autobahnen in Bayern sollen solche Blühflächen entstehen - im Moment sind zehn Hektar geplant. Dort werden heimische, für die jeweilige Region typische Pflanzen angesät. Für das Projekt hat sich das bayerische Verkehrsministerium Expertenwissen von einem Netzwerk aus Baden-Württemberg geholt: Das Netzwerk "Blühende Landschaft" arbeitet seit 15 Jahren eng mit Landwirten, Kommunen, Imkern und Naturschützern zusammen.

Minister: Idee älter als das Bienen-Volksbegehren

Die Idee zu dem Projekt, die oftmals kahlgeschorenen Seitenstreifen von Bundes- und Staatsstraßen zu blühenden Minibiotopen zu machen, ist dabei deutlich älter als das erfolgreiche Volksbegehren zum Bienenschutz, wie der Minister betont:

"Das ist eine ganz lang geplante Aktion. Wir arbeiten jetzt seit einem knappen Dreivierteljahr an der Förderung und Freimachung von Räumen für Insekten, um dort mehr Leben zu ermöglichen. Deswegen: Es ist eine lang geplante Sache, die keine Reaktion auf das Volksbegehren ist." Hans Reichhart (CSU), Verkehrsminister

Kosten noch ungewiss

Die Kosten für das Projekt sind laut Reichhart noch nicht klar. Das Saatgut nehme aber den geringsten Teil der Summe ein. Der meiste Aufwand entstehe bei der Suche nach den Flächen und dem Bepflanzen. Klar sei, dass in den Bauämtern zunächst mehr Arbeit anfalle, so Reichhart.

In einem Dreivierteljahr möchte der Minister zusammen mit der Organisation "Blühende Landschaft" eine erste Bilanz ziehen. Der Erfolg des Projekts hänge für sie nicht allein von der bepflanzten Fläche ab. Doch er sei sicher, dass die Bevölkerung den Effekt des Projekts bemerken wird, sagt Reichhart.