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"Verkehrsgipfel" Kist: kleine Erfolge und reichlich Hausaufgaben | BR24

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"Die Nerven liegen nach wie vor blank." Dieser Satz fiel von einem Teilnehmer des zweiten "Verkehrsgipfels" in Kist im Landkreis Würzburg. Trotz kleiner Erfolge fällt die Zwischenbilanz des Bürgermeisters von Kist eher ernüchternd aus.

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"Verkehrsgipfel" Kist: kleine Erfolge und reichlich Hausaufgaben

"Die Nerven liegen nach wie vor blank." Dieser Satz fiel von einem Teilnehmer des zweiten "Verkehrsgipfels" in Kist im Landkreis Würzburg. Trotz kleiner Erfolge fällt die Zwischenbilanz des Bürgermeisters von Kist eher ernüchternd aus.

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Es gibt noch viele offene Baustellen, so das Ergebnis des zweiten Verkehrsgipfels in Kist im Landkreis Würzburg, das an A3, A81 und B27 gelegen ist. 16 Monate nach dem ersten "Verkehrsgipfel" im September 2018 hatte Kists Bürgermeister Volker Faulhaber (SPD) erneut Vertreter aus Landtag, Gemeinderat und Landkreis sowie von der Autobahndirektion und dem Staatlichen Bauamt geladen.

Ernüchternde Zwischenbilanz von Bürgermeister Faulhaber

Ziel war eine Diskussion darüber, was sich seit dem letzten Treffen in Sachen Verkehrsentlastung für die 2.600-Einwohner-Gemeinde getan hat – oder eben nicht. Denn die Zwischenbilanz von Bürgermeister Faulhaber fällt eher ernüchternd aus.

Zwar seien vor den Ortseingängen per Schild nun Geschwindigkeitsbeschränkungen von 70 km/h eingeführt worden, andere Problemfelder seien aber nach wie vor ungelöst "und tun uns noch richtig weh", sagte Faulhaber.

Regelmäßige Staus und viel Verkehr

Besonders der Ausweichverkehr von den benachbarten Autobahnen sorge wegen der regelmäßigen Staus für viel Verkehr in Kist. Grund sind vor allem die seit zehn Jahren dauernden Bauarbeiten zum Ausbau der A3, die gegenwärtig den neuen Katzenbergtunnel zwischen Würzburg-Heidingsfeld und Randersacker zum Nadelöhr machen.

"Jeden Werktag", so Faulhaber, staue sich der Lkw-Verkehr auf der rechten Autobahnspur in Richtung Würzburg bis an die Ausfahrt Kist, weshalb dort viele Autofahrer abfahren würden, um andere Routen zu suchen.

Elektronische Anzeige auf der Autobahn als Lösung?

Als mögliche Erleichterung forderte Faulhaber eine elektronische Anzeige auf der Autobahn, dass der Lkw-Stau die Pkw oft gar nicht betreffe. Aber Manfred Neugebauer von der Autobahndirektion Nordbayern machte keine Hoffnung, dass eine solcher Anreiz für Pkw-Fahrer, auf der Autobahn zu bleiben, kommen könnte. Die sei "verkehrsrechtlich nicht machbar", so Neugebauer.

Er verwies darauf, dass sich der Ausweichverkehr verringern werde, wenn die Arbeiten an der A3 im Jahr 2022 abgeschlossen sind. Dem hielt Kists Bürgermeister entgegen: "Das große Warten muss ein Ende haben".

Brennpunkt Guttenberger Straße

Mehr Hoffnung gibt es für einen anderen Brennpunkt: die Guttenberger Straße in Richtung Reichenberg. Hier stellte Landrat Eberhard Nuss (CSU) in Aussicht, den Bau eines sogenannten Verkehrstropfens am Ortsausgang durch den Landkreis finanziell zu fördern. Der Tropfen soll den Verkehr dort auf die innerörtliche Geschwindigkeit von 50 Km/h abbremsen. Dafür müsste allerdings ein Stück besonders geschützten "Bannwalds" gerodet und an anderer Stelle aufgeforstet werden. Sache der Gemeinde Kist ist es nun, bei den Staatsforsten die nötige Genehmigung einzuholen.

© BR/ Jochen Wobser

Staus, Ausweichverkehr und parkende Lkw waren nur einige der Punkte bei der Sitzung des zweiten Verkehrsgipfels in Kist

Verschiedene Einzelmaßnahmen sollen Lage verbessern

Kists Bürgermeister hatte noch ein ganzes Paket an Einzelmaßnahmen, dass er den anwesenden Funktionsträgern ans Herz legte: etwa mehr Parkplätze für Lkw an den Autobahnen, um zu verhindern, dass Fernverkehr-Lkw in Kist parken, Müll hinterlassen und dort "wild" ihre Notdurft verrichten. Einige Monate nach dem ersten "Verkehrsgipfel" habe es regelmäßige und wirkungsvolle Kontrollen durch die Polizei gegeben, mittlerweile sei die Lage wie vorher, sagte Faulhaber.

Außerdem hofft der Bürgermeister, dass die bei Kist errichteten Lärmschutzwände durch höhere Grünstreifen vor den Wänden weniger steril aussehen.

Zukunftsvision für Kist

Abschließend entwarf Faulhaber ein Szenario, das er als Zukunftsvision in den Raum stellte. Weil eine Ortsumgehung für das durch Autobahnen und Wald eingekesselte Kist keine Option ist, solle man doch zumindest auf lange Sicht über einen Tunnel nachdenken, der den Durchgangsverkehr unterirdisch durch die verkehrsgeplagte Gemeinde leitet.

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