BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Zacher, Judith
Bildrechte: BR/Fabian Stoffers

Der Höchstädter Stadtrat hat am Montagabend für ein Gesamtkonzept zur Verkehrsentlastung der Innenstadt gestimmt. Eine Umfahrung soll im Norden gebaut werden. Problem dabei: Im Bereich der geplanten Trasse liegt ein Wasserschutzgebiet.

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Verkehrsentlastung: Konzept für Höchstädt beschlossen

Der Höchstädter Stadtrat hat am Montagabend für ein Gesamtkonzept zur Verkehrsentlastung der Innenstadt gestimmt. Eine Umfahrung soll im Norden gebaut werden. Problem dabei: Im Bereich der geplanten Trasse liegt ein Wasserschutzgebiet.

1
Per Mail sharen
Von
  • Judith Zacher
  • Matthias Lauer

In Höchstädt im Landkreis Dillingen wird seit etwa 25 Jahren darüber diskutiert und gestritten, wo man eine Umfahrung der dortigen Innenstadt bauen soll.

"Unerträglicher" Verkehr durch die Innenstadt

Täglich rollen laut Bürgermeister Gerrit Maneth rund 13.000 Fahrzeuge mitten durch Höchstädt, da die Navigationsgeräte diesen Weg wählten. Nun hat der Höchstädter Stadtrat mehrheitlich für ein Gesamtkonzept zur Verkehrsentlastung der Innenstadt votiert. 50 Zuschauer waren bei der Sitzung in der Nordschwabenhalle zugelassen, alle Plätze waren besetzt. Der Verkehr in der Innenstadt sei unerträglich, so einige von ihnen, sie begrüßten deshalb jeden Versuch, den Verkehr dort zu reduzieren.

Umgehungsstraße soll im Norden gebaut werden

Nötig sei das alles jedoch nur, so ein Bürger, weil man es jahrzehntelang nicht geschafft habe, eine "richtige" B16-Umgehung zu bauen. Inzwischen ist entschieden, sie im Norden zu bauen. Allerdings sind die Planungen ins Stocken geraten, weil im Bereich der geplanten Trasse ein Wasserschutzgebiet liegt. Hier stehen noch hydrologische Gutachten aus.

© Stadt Höchstädt
Bildrechte: Stadt Höchstädt

Aktueller Planungsstand zur Verkehrsentlastung

Schnelle Entlastung durch Übergangslösung

Um schneller eine Verkehrsentlastung herbeizuführen, wurden einige Maßnahmen beschlossen. Ziel ist es, den überörtlichen Verkehr, insbesondere die Lkw, auf einer teils bereits bestehenden kleinen Umfahrung um die Stadt zu leiten.

Bauplanung: Kreisverkehr, Unterführung, Überweg

Durch verschiedene Umbauten, wie einen weiteren Kreisverkehr, eine Bahnunterführung, ein Überweg für Fußgänger und die Weiterführung einer bestehenden Straße, soll die Umfahrung zeitlich schneller, und so eher von den Navigationsgeräten gewählt werden. Außerdem soll der Lärmschutz verbessert werden. Diesen Beschlüssen stimmten die Stadträte ohne große Diskussionen zu.

Kontrovers diskutiert wurde jedoch darüber, wie der Verkehr auf der B16 aus Westen, also von Donauwörth kommend, angebunden werden soll: Eine Variante sah den Bau eines Kreisverkehrs für etwa drei Millionen Euro mit einem Flächenverbrauch von 4.000 Quadratmetern vor.

Hoher Flächenverbrauch, keine Kosten für Höchstädt

Der Stadtrat stimmte für eine andere Variante: Sie kostet über fünf Millionen Euro, 10.500 Quadratmeter werden verbraucht. Ein künftiges Gewerbegebiet könnte hier gleich mit angeschlossen werden. Wer in die Stadt will, muss dann aktiv abbiegen. Wer einfach der Straße folgt, wird außen herum geleitet. Die Kosten übernimmt der Bund. Insgesamt liegen sie bei weit über 15 Millionen Euro.

Abschluss der Baumaßnahmen in sechs Jahren

Bürgermeister Gerrit Maneth erklärte, dass in sechs Jahren die Baumaßnahmen abgeschlossen sein könnten. Sie seien nötig, um für die Anwohner eine Entlastung zu schaffen, bis die B16-Umgehung im Norden gebaut würde, so Bürgermeister Gerrit Maneth. Er betonte, dass nur Bauten geplant würden, die auch nach dem Bau der B16 noch gebraucht würden. Er habe außerdem die schriftliche Bestätigung von Seiten des Ministeriums, dass man sofort mit den Planungen für die B16-Nord fortfahren wolle, sobald das Gutachten zur Lage des Wasserschutzgebietes vorliege.

Kritik der Opposition: Stadt baut zu spät und zu teuer

SPD-Stadtrat Jan Waschke entgegnete, es handle sich bei den jetzt beschlossenen Maßnahmen um ein Projekt, das Unsummen verschlinge, und das nur nötig sei, weil die Stadt es über 30 Jahre lang nicht geschafft habe, eine Umgehung zu bauen. Er fürchte, dass das "der letzte Sargnagel" für die B16-Umfahrung sei. Hier stimmten ihm Vertreter der Freien Wähler zu: Wenn dies alles gebaut sei, könne es passieren, dass es zum Bau der B16-Nord gar nicht mehr käme, so ihre Befürchtung.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!