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Verkehrschaos und Lawinengefahr wegen Schnee im Allgäu | BR24

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Winterliche Straßenverhältnisse haben am Morgen im Allgäu für Staus und Behinderungen gesorgt. Der Winterdienst musste ausrücken, in vielen Gemeinden mussten auf Gehwegen und Autos der Schnee geräumt werden.

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Verkehrschaos und Lawinengefahr wegen Schnee im Allgäu

Der Schneefall sorgt auf den Straßen im Allgäu für erhebliche Behinderungen. Über 60 Lastwagen und Hunderte Autos steckten auf der A7, der A96 und der B12 zeitweise fest. Und auch die Lawinengefahr steigt.

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Von
  • Viktoria Wagensommer

Laut Polizei kommt es wegen des Schnees auf der A7, auf der A96 und auf der B12 zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die Polizei empfiehlt dringend, alle nicht unbedingt erforderlichen Fahrten zu vermeiden. LKW-Fahrer werden gebeten, wenn möglich den nächstgelegenen Parkplatz aufzusuchen und abzuwarten, bis sich die Wetterverhältnisse gebessert haben.

Querstehende Lastwagen blockieren die Straßen

Die A7 zwischen Dreieck Allgäu und Oy-Mittelberg ist nach Polizeiangaben wegen dreißig querstehender LKWs komplett gesperrt. Auch auf der A96 zwischen Bregenz und Sigmarszell haben sich am Vormittag mehrere Lastwagen festgefahren und in Richtung Norden entstand ein Stau mit zeitweise bis zu 500 Autofahrern. Auf der B12 zwischen Kempten und Geisenried müssen derzeit 30 bis 40 LKW freigeschleppt werden.

Verzögerungen werden wohl noch längere Zeit andauern

Auch wenn einige LKW-Fahrer ihre Fahrt inzwischen fortsetzen konnten, rechnet die Polizei nicht mit einer schnellen Entspannung der Lage. Auch die Ausweichstrecken sind teilweise wegen liegengebliebener Fahrzeuge gesperrt. Verkehrsteilnehmern wird empfohlen, diese Bereiche weiträumig zu umfahren. Der Winterdienst komme teilweise nicht durch, heißt es bei der Polizei. Auch das sorge für erhebliche Verzögerungen.

Lawinenwarnstufe auf Stufe 4 oberhalb von 1.800 Metern Höhe

Durch den Neuschnee ist die Lawinenwarnstufe in den Allgäuer Alpen über 1.800 Metern Höhe auf vier angestiegen, was für "große Gefahr" steht. Laut Lawinenwarndienst können sich in den Bergen spontan Locker- und Schneebrettlawinen lösen oder von Skifahrern ausgelöst werden. Dort unterwegs zu sein, verlangt derzeit laut Lawinenwarndienst höchste Vorsicht und lawinenkundliches Beurteilungsvermögen.

Zwei Jahre nach Lawine besondere Vorsicht in Balderschwang

Auf den Tag genau zwei Jahre nach der Lawine in Balderschwang mit einem hohen Sachschaden an einem Hotel ist die Vorsicht dort nun besonders groß. Bis im Frühjahr der Lawinenschutz gebaut wird, muss im Fall einer instabilen Schneedecke oberhalb des Orts eine Pistenwalze fahren, um die Schneeschichten miteinander zu verbinden. Am Morgen habe die Lawinenkommission die Lage aber als nicht kritisch beurteilt, sagte Balderschwangs Bürgermeister Konrad Kienle dem BR.

Weiterer Schneefall erwartet

Kienle erwartet bis Freitag zu den bisher circa 40 Zentimetern Neuschnee noch etwa 30 bis 40 weitere Zentimeter. Gut sei, dass der Schnee relativ schwer sei, dann setze er sich mit der Zeit von selbst. Am Nachmittag und am Abend werde die Lawinenkommission weitere Schneeprofile stechen und die Lage jeweils neu bewerten. Aktuell sei geplant, am Samstag das erste Mal mit der Pistenwalze zu fahren und den Schnee in Balderschwang so zu stabilisieren.

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