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Verkehr wieder angelaufen - Gelassenheit bei den meisten

Zum ersten Mal war die Münchner Stammstrecke das ganze Wochenende gesperrt: Wegen Instandsetzungs-Arbeiten. Die Bahn ist hochzufrieden mit der Premiere – und die Fahrgäste bleiben gelassen. Von Judith Dauwalter

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© BR / Judith Dauwalter

Bus des "Schienenenersatzverkehrs in München

Die Treppenabgänge zur S-Bahn-Haltestelle Marienplatz waren das ganze Wochenende mit Gittern versperrt. Daran: gelbe Zettel, ergänzt durch die Hinweise auf den Anzeigetafeln. Hier fahren gerade keine Züge. Fünf Bahn-Mitarbeiter in orangenen Warnwesten informieren die Fahrgäste über Alternativen.

Viel Verständnis

Eine ältere Dame ist dabei, die eigentlich mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof fahren wollte. Von der Stammstrecken-Sperrung habe sie zwar gehört, erzählt sie. Aber sie ist froh über die persönliche Information: So weiß die regelmäßige S-Bahn-Fahrerin, dass sie auf die U-Bahn ausweichen und einmal umsteigen muss.

"Also, ich hab wirklich vollstes Verständnis. Weil es schlimmer ist, wenn alle Daumen lang die Arbeiten sind. So ist es halt gebündelt und man kann man sich darauf einrichten. Natürlich gibt es manche Leute, die schimpfen über alles." Bahnfahrerin am Marienplatz

Persönlicher Service

Am S-Bahnhof Marienplatz gab es tatsächlich einzelne Fahrgäste, die den Helfern gegenüber ausfallend wurden. Die meisten blieben aber gelassen. Gerade Reisende und Touristen nutzten den persönlichen Service auch für allgemeine Informationen: Wann fährt die nächste U-Bahn? Welches Ticket muss ich kaufen? Außerdem bekamen alle einen Zettel in die Hand gedrückt – darauf abgedruckt der Schienenersatzverkehr im S-Bahn-Netz.

Unter der Erde, an den Gleisen der S-Bahn, nutzten rund 280 Arbeiter die Sperrung. Auf den Schienen der elf Kilometer langen Strecke zwischen Pasing und dem Ostbahnhof waren 14 Baustellenfahrzeuge im Einsatz. Mit dem Erfolg der Arbeiten ist der Berliner Bahn-Sprecher Lutz Müller hochzufrieden.

"Das kann man sich vorstellen wie im Haushalt mit technischen Geräten: Die muss man ja auch pflegen und regelmäßig warten. Da mussten Weichenteile erneuert Gleisanlagen wurden vermessen und das Schotterbett gestopft. Wir haben also alles wieder auf Vordermann gebracht." Lutz Müller, Sprecher Deutsche Bahn

Schlechte Beschilderung

Wer am Marienplatz eine Alternative zur S-Bahn suchte, musste auf die U-Bahn umsteigen. Der Ersatzbus fuhr ein paar Gehminuten weiter, am Odeonsplatz. Auch am Stachus mussten die Fahrgäste ein Stückchen laufen. Alle anderen S-Bahn-Haltestellen fuhr der Schienenersatzverkehr direkt an – die Busse kamen je nach Zeitpunkt alle fünf bis 15 Minuten.

Die meisten Fahrgäste fühlten sich gut informiert – ob am Marien- oder Odeonsplatz, am Isartor oder am Hauptbahnhof: "Am Sonntag haben wir ja Zeit", gibt sich eine Dame entspannt. Ein Ehepaar zeigt sich im Ersatzbus zufrieden über die Druchsagen am Hauptbahnhof. "Was sein muss, muss sein", sagen sie verständnisvoll. Ein junger Mann kritisiert lediglich, dass die Ersatz-Bushaltestelle am Isartor nicht genügend ausgeschildert gewesen sei.

Bahn freut sich

Viele der befragten Fahrgäste sind sich aber einig: Es sei sinnvoll, die Arbeiten an zwei Wochenenden durchzuziehen – und nicht wie bisher auf rund 200 Nächte im Jahr zu verteilen. Der Plan ist aufgegangen, sagt auch Bahnsprecher Müller: Man habe die vergangenen Tage effektiv nutzen können.

"Aus unserer Sicht hat das alles perfekt geklappt, wir haben alles gut organisiert. Und wir freuen uns, dass wir wieder mit einer frisch instand gesetzten Strecke an den Start gehen können." Lutz Müller, Bahnsprecher

Termine bis 2022

Seit heute früh (15.05.17) machen die Fahrgäste diese Strecke mit ihren sieben Stammlinien also wieder zur meistbefahrenen Bahnstrecke Deutschlands. Das zweite Sperrungswochenende wird heuer übrigens vom 20. bis 23. Oktober sein. Die Termine hat die Bahn schon bis 2022 festgelegt.
© BR / Judith Dauwalter

Gitter vor dem Zugang zur S-Bahn am Wochenende der Stammstreckensperrung im Mai