Auf einer Autobahn werden Fahrzeuge auf eine Spur der Gegenfahrbahn umgeleitet.
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Die Fahrt auf der A3 zwischen Biebelried und Erlangen ist wegen der vielen Baustellen eine Geduldsprobe.

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Dauerbaustelle A3: Staufalle für den Sommerreiseverkehr

Die Fahrt auf der A3 zwischen Biebelried und Erlangen ist eine Geduldsprobe. Seit Jahren wird ausgebaut, erst 2025 soll das Megaprojekt fertig sein. Bis dahin heißt es für Autofahrer: Durchhalten - und sich von Baustelle zu Baustelle hangeln.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Die Autoreise in den Urlaub ist meist kein Spaß, zumindest nicht, wenn sie über die A3 im Bereich Biebelried und Kreuz Fürth/Erlangen führt. Derzeit gibt es nach Angaben des ADAC bundesweit über 1.300 Autobahnbaustellen. Doch besonders im fränkischen Abschnitt der A3 werden die Autofahrer auf die Geduldsprobe gestellt. Dort gibt es eigentlich nur kurze Abschnitte ohne Baustellen.

Ende 2025 soll es auf der A3 wieder freie Fahrt geben

Grund: Seit Jahren wird am sechsspurigen Ausbau gearbeitet - und das erst recht in den Sommermonaten und damit zur Hauptreisezeit. Großer Trost: Die Arbeiten schreiten immer mehr voran. Schon ab Herbst soll es zur Freigabe eines großen Teils im Bereich der Rast- und Tankanlage Steigerwald und Höchstadt an der Aisch kommen. Ende 2025 sollen die Arbeiten insgesamt auf der A3 abgeschlossen sein.

Von Aschaffenburg bis zum Kreuz Fürth/Erlangen wurde und wird am sechsstreifigen A3-Ausbau gebaut. Bereits seit 2021 abgeschlossen sind die Arbeiten zwischen Aschaffenburg und Biebelried.

Nötig wurde der Ausbau durch die prognostizierte Zunahme des Verkehrs auf der A3. Im Bereich um Würzburg fahren nach Angaben der Autobahn GmbH schon jetzt über 78.000 Fahrzeuge pro Tag, davon knapp 17.000 Lkw. Vor allem der Schwerlastverkehr hat gegenüber 2005 um 20 Prozent zugenommen. Mehr als jedes fünfte Fahrzeug ist ein Lkw auf dieser Strecke.

Verkehrsaufkommen seit den 60er-Jahren verdreifacht

Schon immer beeindruckend war die Talbrücke Heidingsfeld bei Würzburg. Auch sie hielt der täglichen Verkehrsbelastung nicht mehr stand. Seit der Fertigstellung in den 60er-Jahren hat sich mittlerweile das Aufkommen verdreifacht. Die Talbrücke wurde oft zum Nadelöhr und sorgte für Staus und zähfließenden Verkehr.

Auch die Lärmbelastung für die anliegenden Gemeinden wuchs von Jahr zu Jahr. Für den sechsspurigen Ausbau zwischen der Anschlussstelle Würzburg-Heidingsfeld und der Mainbrücke Randersacker musste deshalb die Autobahntrasse um neun Meter (Richtung Frankfurt) beziehungsweise zwölf Meter (Richtung Nürnberg) abgesenkt werden. Zudem wurde sie auf einer Länge von 570 Metern in den Katzenbergtunnel verlegt. 2014 begannen die Arbeiten. 2021 wurde ein Großteil der Arbeiten abgeschlossen. Bis Mitte dieses Jahres soll die Strecke komplett fertig sein.

Ende und Anfang der Ausbaustrecke fertig

Blickt man auf das Ende der kompletten Ausbaustrecke Würzburg und Fürth/Erlangen, dann sind auch dort die Arbeiten fast abgeschlossen. Aus dem ganz normalen Autobahnkreuz Fürth/Erlangen ist mittlerweile ein riesiges Drehkreuz geworden. Geschuldet sei dies dem immensen Verkehrsaufkommen auch in diesem Bereich: Die Planer rechnen mit einer täglichen Verkehrsbelastung von rund 100.000 Fahrzeugen bis zum Jahr 2025. Die sogenannten Verkehrsrampen, also die Auffahrten von Erlangen nach Würzburg oder München, wurden verbreitert. Die Spur auf der A73 zu den Rampen wurde angelegt. Dazu kamen Lärmschutzwände am Frankenschnellweg und der A3 sowie ein lärmmindernder Belag. Gesamtkosten: 227 Millionen Euro.

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Autobahnkreuz Fürth/Erlangen, A3

Gemeinschaftsprojekt von Bund und privaten Bauunternehmen

Der 76 Kilometer lange Abschnitt ab Biebelried bis zum Autobahnkreuz Fürth/Erlangen ist jetzt im Bau. Der sechsspurige Ausbau ist das größte ÖPP-Projekt, das bisher in Deutschland beauftragt wurde. ÖPP heißt öffentlich-private Partnerschaft: eine Zusammenarbeit zwischen dem Bund und einem Zusammenschluss von privaten Bauunternehmen. Speziell bei der A3 sind das die bayerische Firma Johann Bunte und die französische Eiffage.

Es umfasst den sechsstreifigen Ausbau der A3 sowie den Betrieb, die Erhaltung und die anteilige Finanzierung über einen Zeitraum von 30 Jahren. Das ÖPP-Infrastrukturprojekt hat einen Kostenumfang von insgesamt rund 2,8 Milliarden Euro.

Kurze "Erholungsstrecken" zum Durchatmen für die Autofahrer

Im Abschnitt zwischen Biebelried und dem Kreuz Fürth/Erlangen müssen 67 Unterführungen und 22 Überführungen sowie Lärmschutzwände und beispielsweise Stützwandkonstruktionen mit einer Fläche von 137.000 Quadratmetern gebaut werden. Insgesamt wurden vom Bund bei den Planungen acht Bauabschnitte definiert. Alleine die Vorbereitungsarbeiten dauerten ein Jahr. So mussten beispielsweise sogenannte "Erholungsstrecken" mit einer Länge von mindestens fünf Kilometern definiert werden, die dem Autofahrer zumindest für kurze Zeit ein Fahren ohne Baustellen bringen sollen.

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Aurachtalbrücke bei Frauenaurach, A3

Baustelle reiht sich an Baustelle

Zwischen den beiden Abschnitten reiht sich aber eine Baustelle an die andere. Vor allem die Autofahrer ab dem Kreuz Fürth/Erlangen in Richtung Frankfurt treffen die Arbeiten. Ihre Fahrbahn wurde mit der in Richtung Nürnberg zusammengelegt. Wenige Kilometer nach dem Kreuz kommt die erste Großbaustelle. So wurde die rund 300 Meter lange Aurachtalbrücke halbseitig abgerissen und muss nun neu gebaut werden. Das Bauwerk soll einen verbesserten Lärmschutz bekommen, gut für die Anwohner von Frauenaurach. Die Fertigstellung ist 2025 geplant.

"Wir haben ungefähr 50 Prozent der Ausbaumaßnahme abgeschlossen. Derzeit sind wir dabei, den Abschnitt bei Wiesentheid sechsstreifig fertigzustellen und auch den Abschnitt bei Höchstadt. Gleichzeitig beginnen wir mit neuen Bauabschnitten in der Nähe von Schlüsselfeld, bei Höchstadt und auch bei Erlangen." Thomas Schwenzer, A3 Nordbayern GmbH & Co. KG
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A3, Bau einer Grünbrücke im Bereich Kosbacher Altar/Kosbach

Es folgt nur wenige Kilometer später der Bau der Grünbrücke bei Kosbach: 93 Meter lang und 50 Meter breit. Im Mai wurde die erste Hälfte über die Fahrbahn in Richtung Nürnberg gespannt. 3.500 Tonnen Beton liegen nun über der A3. Ende des Monats sollen auch die restlichen Betonteile über die Fahrbahnen in der Gegenrichtung eingezogen sein. Die Brücke soll einmal von Tieren genutzt werden. Bis die sich daran aber gewöhnt haben und auch den ersten Schritt darauf wagen, können bis zu zehn Jahre vergehen.

Gleichzeitig laufen wenige Meter dahinter schon Teerarbeiten auf der A3 im Abschnitt Höchstadt an der Aisch. Dann folgt ein bisschen freie Fahrt für den Auto- und Lkw-Fahrer - bis zur nächsten Baustelle zwischen Pommersfelden und der T+R Steigerwald. Auch die Rastanlage wurde ausgebaut. Vor allem neue und dringend benötigte 120 Lkw-Parkplätze konnten so geschaffen werden. An dem dazwischenliegenden Streckenabschnitt Pommersfelden-Schlüsselfeld-Wiesentheid wird unter Hochdruck gebaut und geteert, denn bereits im Zeitraum zwischen Herbst '23 und Anfang '24 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und der Verkehr auf sechs Spuren rollen.

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A3 in Höhe der Rast- und Tankanlage Steigerwald

Der gesamte Abschnitt Biebelried bis Kreuz Fürth/Erlangen soll aber erst ein Jahr später fertig sein. "Trotz aller Unwidrigkeiten, wie zum Beispiel Corona oder auch dem Krieg in der Ukraine, planen wir weiterhin eine Fertigstellung der Ausbaumaßnahme Ende 2025", bestätigt Thomas Schwenzer von der Bau-Arge A3. "Wir liegen weitgehend noch recht gut im Zeitplan."

A3-Ausbau bis nach Regensburg

Und nicht nur im fränkischen Bereich wird die A3 ausgebaut. Leistungsfähiger soll auch die 15 Kilometer lange Strecke zwischen dem Autobahnkreuz Regensburg und der Anschlussstelle Rosenhof werden. Sechs Jahre Bauzeit wurden hier eingeplant. Der Abschluss der Arbeiten ist für 2024 geplant.

Die Fahrt auf der A3 zwischen Biebelried und Erlangen ist eine Geduldsprobe für jeden Autofahrer. Seit Jahren wird am sechsspurigen Ausbau gebaut und das wird bis Ende 2025 so bleiben, denn erst dann ist die endgültige Fertigstellung des größten ÖPP-Projekts in Deutschland geplant.
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Autobahnkreuz A3 - Fürth/Erlangen

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