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Verkaufsoffener Sonntag: Bischöfin verweist auf Lebensrhythmus | BR24

© picture alliance/David Ebener

Bayreuths Regionalbischöfin Dorothea Greiner spricht sich gegen mehr verkaufsoffene Sonntage aus.

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    Verkaufsoffener Sonntag: Bischöfin verweist auf Lebensrhythmus

    In der Diskussion um mehr verkaufsoffene Sonntage in Bayern hat sich jetzt auch die Bayreuther Regionalbischöfin zu Wort gemeldet. Dorothea Greiner kritisiert den Vorschlag und verweist auf den Lebensrhythmus der Menschen und auf die Bibel.

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    Von
    • Thorsten Gütling

    Die Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner hat sich gegen eine Öffnung von Geschäften am Sonntag ausgesprochen. Der bayerische Handelsverband hatte zuvor verkaufsoffene Sonntage gefordert, um die durch die Corona-Pandemie verursachten Umsatzeinbußen im Handel zu reduzieren.

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    Greiner: Lebensrhythmus der Menschen wieder herstellen

    Wie die Regionalbischöfin in einer Mitteilung schreibt, sei gerade in der Krise aber ein stabiler und klarer Lebensrhythmus wichtig. Dieser sei vielen Menschen bereits durch Ausgangsbeschränkungen, Kurzarbeit und Homeoffice genommen worden.

    "Wir sollten den Rhythmus jetzt nicht weiter verwischen, sondern vielmehr wieder stärken, auch für die Mitarbeiter im Handel und ihre Familien." Dorothea Greiner, Regionalbischöfin

    Es sei schließlich kein Zufall, dass der Ruhetag in der Bibel ein fester Bestandteil der Schöpfung sei. Um den Einzelhandel zu stärken, rief Greiner dazu auf, weniger bei überregionalen Online-Händlern einzukaufen.

    Handelsverband will "Anlassbezug" aussetzen

    Bislang dürfen die Kommunen in Bayern Geschäften an maximal vier Sonn- oder Feiertagen erlauben, zu öffnen. Allerdings muss mit der Öffnung immer ein Anlass verbunden sein, zum Beispiel ein Markt, eine Messe oder ein Stadtfest. Diesen Anlassbezug will der Handelsverband für eine bestimmte Zeit aussetzen.

    Politik lehnt mehr verkaufsoffene Sonntag ab

    Die Politik hat auf die Forderungen bereits reagiert. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) befürwortet eher einzelne Verkaufsnächte unter der Woche. Die zuletzt erlaubten Sonntagsöffnungen in den Supermärkten seien schließlich kaum angenommen worden. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) stellte klar: "Am Schutz des Sonntags wird nicht gerüttelt." Eine Diskussion über die Ladenöffnungszeiten unter dem Eindruck der Corona-Krise bezeichnete Herrmann gar als "unredlich".

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