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Verkäuferin in Corona-Zeiten: "Wir können nichts dafür" | BR24

© BR/Sarah Beham

Corona hat die ganze Welt verändert. Auch das Arbeitsleben einer jungen Supermarktmitarbeiterin aus Deggendorf. Ihr Job ist zunächst schwieriger geworden. Dann sind sie und das gesamte Supermarkt-Team an den Aufgaben gewachsen.

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Verkäuferin in Corona-Zeiten: "Wir können nichts dafür"

Abstand, Maskenpflicht, Plexiglas: Das ist der neue Alltag für Supermarktverkäuferinnen und -verkäufer. Corona hat ihren Beruf verändert - und sie selbst auch. Eine Deggendorfer Verkäuferin ist an der Herausforderung gewachsen.

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Corona hat die ganze Welt verändert. Auch Alltagssituationen - wie Einkaufen - laufen anders ab als zuvor. Eine Supermarktverkäuferin aus Deggendorf erzählt, ihr Job sei zunächst schwieriger geworden. Dann sind sie und das gesamte Supermarkt-Team an den Aufgaben gewachsen.

Verkäufer müssen plötzlich Ermahnen

Halb acht im Deggendorfer Supermarkt: Die 21-jährige Annalena Leidl sitzt an der Kasse hinter einer Plexiglasscheibe und scannt die Waren ihrer Kunden. Die meisten von ihnen halten sich an die Regeln, tragen einen Mund-Nasen-Schutz, halten den Abstand ein. Es gibt aber auch Kunden, die ihre Maske nicht oder falsch tragen. Dann muss Annalena einschreiten. Das war zu Beginn der Pandemie nicht leicht für sie: Sie war verunsichert und traute sich nicht.

Doch mittlerweile tritt sie selbstbewusst auf, macht Kunden auf die Regeln aufmerksam. Ihre Kollegen schätzen sie dafür: "Sie hat das gut gemeistert, sie ist sehr jung: 21 Jahre. Sie hat sich gut durchgeschlagen, sie war dahinter mit der Maskenpflicht und dem Abstand. Echt Respekt, das würde ein anderer vielleicht nicht mitmachen“, sagt Kollegin Corinna Kilger.

Wegen Corona: Zusammenhalt und Teamstärkung

Durch Corona ist Annalena nicht nur selbstbewusster geworden, sie und ihre Team hat diese Zeit auch zusammengeschweißt. "Es ist jedem an die Substanz gegangen, deswegen ist der Zusammenhalt besser geworden", sagt sie. Die Arbeitskollegen unterstützen sich gegenseitig, sodass der neue Alltag mit den Corona-Regeln im Supermarkt funktioniert. Annalena und die meisten ihrer Kunden haben sich mittlerweile daran gewöhnt.

Hamsterkäufe und Erklärungen in Dauerschleife

Zu Beginn der Pandemie war alles anders: "Manche Leute waren sauer, weil kein Klopapier da war. Wir können ja auch nichts dafür, dass die Leute gehamstert haben. Wo man abends Heim gegangen ist und sich einfach Gedanken gemacht hat, wie es weiter geht. Irgendwann ist es einem auf die Nerven gegangen, man hat immer alles von vorne wieder erklären müssen und hat sich gedacht: Kann nicht irgendwann wieder Normalität einkehren?"

Wertschätzung der Kunden und des Chefs

Annalena erzählt aber auch davon, dass gerade zu Beginn der Pandemie der Zusammenhalt groß war. Viele Kunden haben ihre Arbeit geschätzt, sie respektiert, gingen auch freundlich mit ihr um. Kunden haben ihr sogar Geschenke wie Schokolade vorbei gebracht - als Zeichen des Dankes, dass die Verkäuferinnen in dieser Situation für sie da sind. Die Wertschätzung hat Annalena Kraft gegeben, Corona hat auch die positiven Seiten der Menschen für die Verkäuferin hervorgebracht.

Mittlerweile seien die Kunden aber von den Regeln genervt. Gegrüßt wird Annalena jetzt wieder seltener von den Kunden an der Kasse. Die 21-Jährige wünscht sich wieder mehr Anerkennung für ihren Beruf und dass die Leute wieder zusammenhalten.

Was Annalena und ihre Kollegen in dieser Zeit leisten, wird aber auch belohnt. Anerkennung gibt es vor allem vom eigenen Chef, der allen Verkäuferinnen einen Corona-Bonus, also eine Sonderzahlung, ausgezahlt hat.

© BR

Die Corona-Pandemie hat einschneidende Veränderungen gebracht, die sich auf den Alltag und aufs Berufsleben von uns allen erheblich auswirken. Und was kann das im Einzelfall bedeuten? Wir haben einen junge Verkäuferin begleitet.

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