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Nach Kuh-Attacke: Kommt Verhaltenskodex für Wanderer in Bayern? | BR24

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Vor fünf Jahren attackierte eine Kuh in Tirol eine deutsche Wanderin – die Frau starb. Nun stellt Österreich einen Verhaltenskodex für Wanderer auf. Bei Verstößen drohen rechtliche Konsequenzen. Ein Vorbild für Bayern?

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Nach Kuh-Attacke: Kommt Verhaltenskodex für Wanderer in Bayern?

Vor fünf Jahren attackierte eine Kuh in Tirol eine deutsche Wanderin – die Frau starb. Nun stellt Österreich einen Verhaltenskodex für Wanderer auf. Bei Verstößen drohen rechtliche Konsequenzen. Ein Vorbild für Bayern?

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Wer in den österreichischen Alpen wandert, sollte künftig im eigenen Interesse einen Verhaltenskodex beachten. Solche Leitlinien für Wanderer werden nach Angaben von Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger rechtzeitig zu Beginn der diesjährigen Saison vorliegen.

Tödliche Kuh-Attacke 2014: Landwirt musste Schadenersatz zahlen

Anlass des österreichischen "Aktionsplans für sichere Almen" ist eine tödliche Kuh-Attacke auf eine deutsche Wanderin aus dem Jahr 2014, nach der jüngst ein Landwirt zur Zahlung einer hohen Schadenersatzsumme an die Hinterbliebenen verurteilt worden war. Wenn sich ein Wanderer nicht an den Verhaltenskodex halte, habe das im Schadensfall rechtliche Konsequenzen für ihn, meinte Kanzler Sebastian Kurz: "Es geht um das gute Miteinander von Landwirtschaft und Tourismus auf Österreichs Almen."

Der Verhaltenskodex für Wanderer solle ähnlich wie die zehn FIS-Regeln auf den Skipisten die Eigenverantwortung in den Mittelpunkt stellen, etwa wie viel Abstand man zu Weidevieh am besten einhalten soll oder wie Hunde richtig mitgeführt werden. "Jeder, der auf den Almen unterwegs ist, muss sich bewusst sein, dass er selbst Verantwortung trägt", sagte Köstinger. Zu gefährlichen oder gar tödlichen Zwischenfällen war es vor allem dann gekommen, wenn Wanderer Hunde dabei hatten und die Mutterkühe ihre Kälber beschützen wollten. Einem Hundeverbot auf Almen erteilte Köstinger allerdings eine Absage.

Bayerische Landwirte wünschen sich ähnliche Regeln

Ähnliches wünschen sich jetzt auch bayerische Landwirte. Seit dem Urteil nach einer tödlichen Kuh-Attacke geht bei ihnen die Sorge um, dass auch auf sie hohe Zahlungen zukommen könnten. Der Tiroler Landwirt wurde damals zu Zahlungen in Höhe von fast einer halben Million Euro Schadensersatz und Rentenansprüche verurteilt.

Georg Mayr, der Vorsitzende vom Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern, sieht in dem Urteilsspruch eine Existenzgefahr für die Almwirtschaft: Kein Bauer könne solche Zahlungen stemmen, sagte er dem BR. Der Staat müsse deshalb weitreichende Absicherungen treffen. Ein Verhaltenskodex, wie ihn jetzt Österreich angekündet habe, wäre Mayr zufolge auch für Bayern sinnvoll.

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Vor fünf Jahren töteten Kühe in Österreich eine deutsche Wanderin. Der Bauer muss fast eine halbe Million Euro an die Hinterbliebenen zahlen. Viele Landwirte würde das ruinieren. Heute nun haben Kanzler Kurz und die Bauern nach einer Lösung gesucht.