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Verhaltene Reaktionen auf Bayerns Corona-Test-Vorstoß | BR24

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    Verhaltene Reaktionen auf Bayerns Corona-Test-Vorstoß

    Die bayerische Staatsregierung stößt mit ihrer Ankündigung, dass sich demnächst jeder auf das neuartige Coronavirus testen lassen könne - kostenlos und unabhängig von Symptomen - auf gemischte Reaktionen. Aus der CDU kommt offene Kritik.

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    Die bayerische Staatsregierung stößt mit ihrem Plan zur Ausweitung der Corona-Tests auf unterschiedliche Reaktionen.

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    Gesundheitsministerin Malanie Huml hatte am Sonntag angekündigt, dass sich dort künftig jeder kostenlos auf das Coronavirus testen lassen könne, unabhängig davon, ob er Symptome hat oder einem besonderen Risiko ausgesetzt ist.

    Spahn warnt - Test "nur Momentaufnahme"

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unterstützt eine Ausweitung von Corona-Tests in Deutschland, warnte aber vor einer Überbewertung der Ergebnisse. "Umfangreiches Testen ist sinnvoll, insbesondere um regionale Ausbrüche schnell einzudämmen. Dazu haben wir das Testkonzept des Bundes bereits vor Wochen angepasst", sagte Spahn der Deutschen Presse-Agentur. Zusätzliche Testangebote durch die Länder könnten das ergänzen. "Allerdings ist ein Test immer nur eine Momentaufnahme. Er darf nicht in falscher Sicherheit wiegen."

    CDU-Abgeordnete kritisiert CSU-Vorstoß

    Deutliche Kritik an dem Vorhaben kam von der gesundheitspolitischen Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, Karin Maag. Der Augsburger Allgemeinen sagte sie, "es wäre schön, wenn sich alle, die sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt haben, auch daran hielten".

    Die Abgeordnete äußerte auch grundsätzliche Zweifel am Sinn verdachtsunabhägiger Tests: "Wenn ich ganz frisch infiziert bin, schlägt der Test noch nicht an. Unmittelbar nach dem Test weiß ich, ob ich positiv beziehungsweise negativ getestet wurde, ich kann mich aber in den nächsten Tagen neu anstecken".

    SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach äußert sich zurückhaltend

    Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert unterdessen eine zielgenaue Strategie bei der Ausweitung der Tests. Es sei grundsätzlich richtig, dass Bayern eine große Test-Offensive starte, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Allerdings müssen wir dafür sorgen, dass die richtigen Leute getestet und die Tests selbst billiger werden." Im Herbst seien Massentests nötig. "Neue Studien deuten daraufhin, dass es stärker auf die Häufigkeit der Tests ankommt, in welchen Abständen ich Risikopersonen regelmäßig teste."

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