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Verhaftet und freigekauft: Ex-DDR-Bürgerin erzählt ihr Schicksal | BR24

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Neun Jahre vor der Wiedervereinigung wurde die DDR-Bürgerin Sabine Popp verhaftet. Sie hatte staatsfeindliche Parolen auf Hausfassaden gesprüht. Als Zeitzeugin hält sie Vorträge unter anderem im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth.

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Verhaftet und freigekauft: Ex-DDR-Bürgerin erzählt ihr Schicksal

Neun Jahre vor der Wiedervereinigung wurde die DDR-Bürgerin Sabine Popp verhaftet. Sie hatte staatsfeindliche Parolen auf Hausfassaden gesprüht. Als Zeitzeugin hält sie Vorträge unter anderem im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth.

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Sabine Popp aus Neumark im sächsischen Vogtland war eine von 34.000 Bürgerinnen und Bürgern der ehemaligen DDR, die von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft wurden. 1980, also neun Jahre vor der Wende, war die damals 20-Jährige verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe wegen staatsfeindlicher Hetze verurteilt worden. Nach zwei Jahren Haft wurde sie entlassen und ging nach Westdeutschland.

Nachts mit der Spraydose unterwegs

Ihr Tatwerkzeug war eine Sprühdose. Damit sprühte sie nachts Parolen wie "Freiheit staat Sozialismus", "Die Mauer muss weg" und "Wir fordern die Wiedervereinigung" auf Hausfassaden in ihrem Wohnort. Zwei Jahre lang machte sie das.

Endstation Frauengefängnis Hoheneck

Sie wäre wohl unentdeckt geblieben. Doch dann vertraut sie sich einem Schulkameraden an - der verrät sie schließlich. Sabine Popp wird zu fünf Jahren Haft verurteilt – kurz nach ihrem 20. Geburtstag. Sie kommt ins berüchtigte Frauengefängnis Hoheneck im Erzgebirge.

Zurück in ihre alte Heimat Sachsen

Nach zwei Jahren Haft wird sie von der Bundesrepublik Deutschland (BRD) freigekauft. In Frankfurt am Main erfüllt sich ihr größter Wunsch. Sie kann endlich Innenarchitektur studieren. Nach dem Mauerfall besucht sie regelmäßig ihre Eltern. Sie geht schließlich zurück in ihre alte Heimat, nach Sachsen, um die Gärtnerei ihrer Familie weiter zu führen.

Die Zeitzeugin spricht mit Jugendlichen

Erst 2008, also 19 Jahre nach der Wende, enttarnt der Zwickauer Pfarrer Käbisch den Stasi-Spitzel, der nicht nur Sabine Popp, sondern auch mehrere Jugendliche aus Kirchengruppen verraten hatte.

Sabine Popp ist überzeugte Demokratin. Sie spricht mit Jugendlichen zum Beispiel in den Gedenkstätten der DDR-Gefängnisse und im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth bei Hof.