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Polizei: Psychisch Auffällige vergiftete Getränke in München | BR24

© BR/Rundschau

Die wegen der vergifteten Getränkeflaschen verhaftete Frau soll an einer psychischen Erkrankung leiden. Das sagte BR-Reporter Jannik Pentz der Rundschau. Es handele sich bei ihr um eine 56-Jährige aus dem Raum München, die polizeibekannt ist.

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Polizei: Psychisch Auffällige vergiftete Getränke in München

Die Polizei macht eine Frau für die in Münchner Supermärkten aufgetauchten vergifteten Getränke verantwortlich. Sie war schon mehrfach strafrechtlich aufgefallen, wurde aber nie verurteilt. Sie gilt als nicht schuldfähig und kam in die Psychiatrie.

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Nach dem Fund mehrerer Getränkeflaschen mit potenziell tödlichem Gift in Münchner Supermärkten hat die Polizei eine Tatverdächtige festgenommen. Es handle sich um eine 56-Jährige geborene Münchnerin.

Ermittlungen wegen versuchten Mordes

Im März und April tauchten laut Polizei vier vergiftete Erfrischungsgetränke in zwei Supermärkten in München auf. Drei Kunden hatten kleine Mengen davon getrunken und anschließend über Übelkeit, Schwindel und Kreislaufbeschwerden geklagt. Zwei Frauen im Alter von 34 und 42 Jahren mussten sofort medizinisch behandelt werden. Nach Einschätzung der Polizei hätten sie auch sterben können.

Die Spur der Geldkarte

Auf die Spur kam die Polizei der Frau, weil sie in einem der betroffenen Märkte auch etwas eingekauft und elektronisch bezahlt hatte, als sie dort war, um ein vergiftetes Getränk aufzustellen, wie die Polizei mitteilte. Die Ermittlungen liefen wegen Mordverdacht, weil das Merkmal der Heimtücke erfüllt gewesen sei. Die Verdächtige soll die Erfrischungsgetränke außerhalb der Läden vergiftet und beim Einkaufen wieder zurück ins Regal gestellt haben.

Polizei mahnt zur Vorsicht

Wimmer erklärte, es seien bei den drei Betroffenen, die von den vergifteten Getränken getrunken hatten, keine Langzeitschäden zu befürchten.

Das Restrisiko sei zwar minimal, aber letztlich sei nicht auszuschließen, dass die psychisch auffällige Frau noch irgendwo weitere vergiftete Flaschen hinterlegt habe. Die Menschen werden gebeten, die Getränke vor dem Öffnen zu prüfen, ob sie richtig verschlossen sind, vor allem ob der Getränkering unbeschädigt ist und vor dem Trinken zu prüfen, ob der Geruch auffällig ist.

Mutmaßliche Täterin fiel durch Hakenkreuzschmierereien auf

Staatsanwalt Laurent Lafleur, der die Ermittlungen leitet, teilte mit, die Frau sei schon mehrfach durch Hakenkreuzschmierereien in Erscheinung getreten, aber nie verurteilt worden, weil sie als nicht schuldfähig gilt. Ein rechtsradikaler Hintergrund der Taten sei aber bislang nicht erkennbar, so Lafleur.

Unterbringung in der Psychiatrie

Bei der Frau fand die Polizei auch einen ausgeschnittenen Zeitungsartikel zu den Fällen, vor allem aber wurde eine DNA-Übereinstimmung an den vergifteten Flaschen festgestellt. Die Frau wird vorerst in der Psychiatrie untergebracht und erhielt einen Pflichtverteidiger.

Innenminister Hermann lobt Ermittler

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann lobte die "akribische und saubere Arbeit unserer Polizei in Bayern" und zeigte sich "überaus erleichtert über die Festnahme: "Die vergifteten Getränkeflaschen haben Kunden und Supermarktbetreiber gleichermaßen in Angst und Schrecken versetzt. Ich danke der hervorragenden Ermittlungsarbeit der eingerichteten Soko 'TOX' des Polizeipräsidiums München." Derzeit werden laut Minister im Rahmen der Ermittlungsarbeit weitere relevante Supermärkte im Umkreis des Wohnortes der Beschuldigten überprüft, ob auch hier manipulierte Getränkeflaschen platziert wurden.

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