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Verfahren wegen Abbau in Flossenbürger Steinbruch eingestellt | BR24

© BR/Uli Scherr

Steinbruch in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

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    Verfahren wegen Abbau in Flossenbürger Steinbruch eingestellt

    Weil an der denkmalgeschützten "Häftlingsmauer" in der KZ-Gedenkstätte ein Unternehmer Gesteinsschutt gelagert hatte, hat ein Flossenbürger und eine Häftlingsvereinigung geklagt. Das Verfahren wurde jetzt jedoch eingestellt.

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    Die Staatsanwaltschaft Weiden hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen Abbruchunternehmer aus Flossenbürg eingestellt. Vor drei Jahren hatte ein Flossenbürger zusammen mit der französischen Häftlingsvereinigung Anzeige erstattet, weil der Unternehmer an der denkmalgeschützten sogenannten Häftlingswand Gesteinsschutt gelagert hatte.

    An der Wand mussten während des Zweiten Weltkriegs tausende KZ-Häftlinge Granit abbauen und sind dadurch ums Leben gekommen.

    Erneut Gesteinsschutt an Häftlingswand gelandet

    Die Staatsanwaltschaft Weiden bestätigt am Mittwoch, dass es ein Ermittlungsverfahren gab, das aber zum 30. Juni 2020 eingestellt worden sei. Der Flossenbürger und die Häftlingsvereinigung kritisieren, dass seitdem weiterhin tonnenschwere Granitsteine gegen die Mauer geprallt seien. Erst in den vergangenen Wochen sei neuer Gesteinsschutt durch Sprengungen auf der gegenüberliegenden Seite am Fuße der Häftlingswand gelandet.

    "Häftlingsmauer" steht unter Denkmalschutz

    Die Staatsanwaltschaft wird die neuen Fotos bewerten, so der Leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer. Sollten sich strafrechtliche Anhaltspunkte ergeben, könnten die Ermittlungen wiederaufgenommen werden.

    In dem Flossenbürger Steinbruch, in dem tausende Menschen während des Zweiten Weltkriegs durch die harte Arbeit starben, wird bis heute Granit abgebaut. Die "Häftlingsmauer" steht unter Denkmalschutz. Der Pachtvertrag des Unternehmers für den Steinbruch am Wurmstein läuft im Jahr 2024 aus. Dann soll das Areal Teil der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg werden, das hat die Staatsregierung im Januar beschlossen.

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