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Verein PädCare: Mutmacher für kleine Patienten | BR24

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Wenn ein Kind ins Krankenhaus muss, ist das oft eine schwierige Situation. Dass sich die Kleinen so wohl wie möglich fühlen, dafür setzt sich Kevin Hartung mit dem Verein „PädCare“ ein. Das Ziel: Kein Kind sollte ohne kuscheligen Begleiter bleiben.

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Verein PädCare: Mutmacher für kleine Patienten

Wenn ein Kind ins Krankenhaus muss, ist das oft eine schwierige Situation. Dass sich die Kleinen so wohl wie möglich fühlen, dafür setzt sich Kevin Hartung mit dem Verein „PädCare“ ein. Das Ziel: Kein Kind sollte ohne kuscheligen Begleiter bleiben.

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Von
  • Barbara Leidl
  • Nadine Cibu

Ein Kinderkrankenpfleger an der Kreisklinik Altötting will Kindern den Aufenthalt in Krankenhäusern erleichtern. Ganz wichtig dabei sind Kuscheltiere.

Auch das Kuscheltier will versorgt werden

Kevin Hartung erinnert sich noch ganz genau: Bei seinem ersten Einsatz als angehender Kinderkrankenpfleger an der Kreisklinik Altötting verarztete er nicht nur den kleinen Patienten, sondern auch dessen Begleiter. Der Sechsjährige, der schon mehrere Tage auf der Station verbracht hatte und sehr ängstlich war, bat Hartung darum, sich auch um sein Kuscheltier zu kümmern, es zu versorgen.

"In diesen wenigen Minuten ist der Junge so aufgeblüht, er war fröhlich und hat alles um sich herum ausgeblendet in dieser Zeit“, erinnert sich Hartung mit einem Lächeln. Der kuschelige Begleiter bekam Pflaster, Bandage und co. – wie sein kleiner Besitzer eben auch. "Und das hat mich motiviert, dass man etwas machen muss“, sagt Hartung.

Von der Bettwäsche bis zum Kuscheltier

Ein Einsatz und die Idee für "PädCare“ war geboren. Hartung gründete den gemeinnützigen Verein mit dem Ziel, dass Krankenhausaufenthalte für die kleinen Patienten so angenehm wie möglich gestaltet werden. Dafür gäbe es verschiedene Möglichkeiten, erklärt der 26-Jährige.

"Es sind ganz alltägliche Dinge, wie zum Beispiel kinderfreundlichere Bettwäsche“, sagt der gebürtige Rosenheimer. „Es gibt so viele Sachen im Krankenhaus, die steril wirken und nicht wirklich ermunternd sind. Und da wollen wir langfristig helfen.“

Ein zentraler Baustein des Vereins sind vor allem die kuscheligen Begleiter. "Die kann man den Kindern anbieten, damit können sie sich ablenken. Und sie spenden auch Trost, geben ihnen Mut.“

Die ersten Kuscheltiere finanzierte Hartung durch Spenden. Weihnachten 2019 konnte der angehende Kinderkrankenpfleger so 40 Kuscheltiere auf der Kinderkrankenstation des InnKlinikums Altötting verteilen. Damit diese Aktion nicht einmalig bleibt, gründete Hartung anschließend den Verein.

Ein Kuscheltier nimmt die Angst

© BR / Melina Geyer

Erwedin nimmt seinen Pluto jeden Abend mit ins Bett.

Wie gut ein kuscheliger Trostspender tun kann, das weiß auch der vierjährige Erwedin aus Rosenheim. Er musste letztes Jahr ebenfalls ins Krankenhaus. Seinen Aufenthalt versüßte ein gelber Plüsch-Pluto. Mama Kada Huseinovic erinnert sich an die besondere Wirkung: "Nach der Operation war Erwedin sehr traurig und weinerlich. Doch dann hat er den Pluto bekommen und sich so gefreut!“ Das Kuscheltier nimmt der kleine Erwedin bis heute jeden Abend mit ins Bett.

Unterstützung für Spezialkuschelbär "Pädi" gesucht

Dieses besondere Gefühl will Hartung auch anderen Kindern in Bayern schenken. Er und die zehn anderen Mitglieder suchen aktuell nach Unterstützern, Kooperationspartnern und Sponsoren. Auch für ihr aktuelles Projekt: ein eigenes Kuscheltier, der Teddybär "Pädi“, der speziell fürs Krankenhaus gemacht ist.

"Der hat lange Gliedmaßen, die man mit einem Verband versorgen kann. Oder der Kopf und die Ohren sind so gemacht, dass er einen Mundschutz tragen kann“, beschreibt Hartung mit einem Strahlen im Gesicht. „Es geh darum: Je nachdem, was das Kind hat oder selbst erlebt, das kann es auch am Pädi durchführen.“

Damit der Vereins-Bär in Produktion gehen kann, müssen der 26-Jährige und die Vereinsmitglieder 14.000 Euro zusammenbekommen. Bis dahin verteilt Hartung weiter andere gespendete oder selbstgemachte Kuscheltiere an die kleinen Patienten im InnKlinikum Altötting und Mühldorf.

© BR / Melina Geyer

So könnte der Teddy Pädi künftig aussehen.

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