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Bus, Kita und Co.: Wo aktuell in Bayern gestreikt wird | BR24

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Bildrechte: picture alliance/Daniel Karmann/dpa

In elf bayerischen Städten haben die Beschäftigten von kommunalen Verkehrsbetrieben und privaten Omnibusbebtrieben heute ihre Arbeit niedergelegt. Vielerorts fielen die U-Bahnen aus, die Straßenbahnen und Buss furhen nur vereinzelt.

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Bus, Kita und Co.: Wo aktuell in Bayern gestreikt wird

In fast allen größeren bayerischen Städten fallen heute Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen aus. Vereinzelt sind auch andere Einrichtungen wie etwa Kitas betroffen. Der aktuelle Überblick.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Irene Esmann
  • Torsten Thierbach
  • Günther Rehm
  • Carolin Hasenauer

Am Morgen haben in elf bayerischen Städten die Warnstreiks bei Bussen und Bahnen begonnen. Ein Vertreter der Gewerkschaft Verdi sprach bereits am Morgen von einem vollen Erfolg der Aktion. In den meisten Städten liege die Streikbereitschaft bei nahezu 100 Prozent. So fahren in München und Nürnberg keine U-Bahnen, hier können Pendler und Schüler nur auf ein ausgedünntes Busnetz ausweichen.

Bei den Straßenbahnen sind laut Münchner Verkehrsgesellschaft nur einzelne Linien im 20-Minuten-Takt in Betrieb. In Landshut verkehren derzeit nur drei von rund 40 Buslinien – und auch in Augsburg habe nur eine Handvoll Straßenbahnen das Depot verlassen, statt sonst mehr als 100.

Bis in die Nacht hinein muss mit Behinderungen gerechnet werden

In Regensburg fahren keine Busse, wie auch in Coburg – wo selbst ein Bus-Notbetrieb nicht eingerichtet werden konnte. Gleiches gilt in Bamberg, hier werden nur Schülerinnen und Schüler befördert, die aus dem Landkreis kommen. Ende des Warnstreiks ist um 18 Uhr – bis Busse und Bahnen wieder fahrplanmäßig unterwegs sind, kann es allerdings noch bis in die Nacht hinein dauern. In Nürnberg soll der Warnstreik sogar 24 Stunden lang gehen.

Einheitlicher Tarifvertrag gefordert

Kernforderung der Gewerkschaften ist ein bundesweit einheitlicher Tarifvertrag. Der Rolle des ÖPNV in der Diskussion um mehr Nachhaltigkeit im Verkehr müsse Rechnung getragen werden. Angesichts der Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhne fehle derzeit der Nachwuchs – eine Verkehrswende sei so nicht hinzubekommen, heißt es von Verdi. Die Arbeitgeber weisen darauf hin, dass es in Zeiten von Corona nichts zu verteilen gebe. Eine bundesweite Regelung lehnen sie ab.

Die Warnstreiks im bayerischen Nahverkehr im Überblick:

Oberbayern

  • München: Die U-Bahn-Linien werden von Betriebsbeginn bis etwa 18 Uhr vollständig ausfallen. Auch danach wird es laut der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bis in den Abend hinein zu Beeinträchtigungen kommen, da es eine Weile dauere, das System wieder "hochzufahren".
  • Bestreikt wird heute auch die Straßenbahn. Wie die MVG mitgeteilt hat, verkehren die Linien 16, 17, 19 und 27 im 20-Minuten-Takt. Alle anderen Linien sind nicht in Betrieb.
  • Da sich die privaten Busunternehmer und MVG-Kooperationspartner nicht am bundesweiten Warnstreik beteiligen, fahren die meisten Busse. Laut MVG fahren alle Linien "zumeist" im 20-Minuten-Takt.
  • Die S-Bahn wird nicht bestreikt.

Schwaben

  • Augsburg: Laut Stadtwerken werden Busse und Trambahnen noch den gesamten Dienstag über nur vereinzelt fahren. Von den knapp 130 Bussen und Trams, die normalerweise am frühen Morgen ausrücken, haben nur fünf die Wagenhallen verlassen. Wegen der wenigen Fahrzeuge kann kein Notfahrplan eingerichtet werden, auch wenn die Zahl der eingesetzten Busse und Trams durch die Fahrerwechsel über den Tag hinweg leicht schwankt. Wie das Unternehmen mitteilt, haben sich die Fahrgäste offensichtlich frühzeitig auf die Situation eingestellt. Viele nutzen demnach andere Verkehrsmittel oder sind zu Fuß unterwegs. An den Haltestellen waren nur sehr vereinzelt Personen anzutreffen, heißt es. Fahrgäste mit einem ÖPNV-Abo könnten heute eines der 500 Leihräder eine halbe Stunde auch mehrmals am Tag kostenlos nutzen, so die Stadtwerke Augsburg.

Niederbayern

  • Landshut: Die Stadtwerke Landshut rechnen ganztägig mit erheblichen Beeinträchtigungen im Schüler- und Stadtlinienverkehr.

Oberpfalz

  • Regensburg: Der komplette Stadtbusverkehr fällt den ganzen Tag über aus.

Oberfranken

  • Coburg: Hier ist es bereits der dritte Streik innerhalb weniger Wochen. Ab dem frühen Dienstagmorgen werden keine Busse mehr fahren. Die Städtische Werke Überlandwerke Coburg Bus und Aquaria GmbH (SÜC) teilte mit, ein Bus-Notbetrieb könne mangels Personal unter Corona-Bedingungen nicht stattfinden. Davon betroffen ist auch der Schülerverkehr. Eine Verdi-Sprecherin bittet bei den Eltern um Verständnis, solidarisch mit den Busfahrerinnen und Busfahrern zu sein. Man streike auch dafür, dass der Schulbusverkehr auch in Zukunft zuverlässig fahren könne. Weitere Streiks seien nicht ausgeschlossen, sollte sich die Arbeitgeberseite nicht bewegen.
  • Bamberg: Hier sind laut Verdi insgesamt 160 Beschäftigte der Verkehrsbetriebe zum ganztägigen Streik aufgerufen. Somit ist auch in Bamberg die Schülerbeförderung in der Stadt betroffen. Nicht betroffen seien aber die Schüler, die aus dem Landkreis mit dem Bus nach Bamberg zur Schule fahren.

Mittelfranken

  • Nürnberg: Straßenbahnen und U-Bahnen stehen von 5 Uhr bis Mitternacht still. Das werden sie laut Verdi auch noch bis Mittwoch früh. Am Nürnberger Hauptbahnhof fahren Ersatz-Busse im Nightliner-Fahrplan sternförmig das Stadtgebiet ab. Die Busse fahren nur halbstündig, was zu hohem Passagier-Aufkommen führt.
  • Fürth: Bei den Buslinien und der U-Bahn sind ganztägig Beeinträchtigungen zu erwarten. Die U-Bahnen stehen still. Vornehmlich mit privaten Verkehrsanbietern verkehren die Busse voraussichtlich nur im 30-Minuten-Takt auf Basis eines modifizierten Nightliner-Netzes.

Unterfranken

  • Würzburg: Bestreikt werden ganztägig die innerstädtischen Buslinien. Die jeweiligen Landkreis-Linien sowie der Straßenbahnverkehr sind dagegen nicht betroffen.
  • Aschaffenburg: Bestreikt werden ganztägig die innerstädtischen Buslinien
  • Schweinfurt: Bestreikt werden ganztägig die innerstädtischen Buslinien. Der Warnstreik, der um 5.30 Uhr begonnen hat, soll bis 24 Uhr andauern.

Weitere Warnstreiks im Öffentlichen Dienst

Nicht nur im Personen-Nahverkehr mit seinen eigenen Tarifverträgen kommt es in Bayern zu Warnstreiks. Auch die Aktionen im Öffentlichen Dienst werden fortgesetzt:

So ruft Verdi Bayern das Kita-Personal in Augsburg auf, die Arbeit niederzulegen. Die Eltern seien vorab informiert worden, heißt es von der Gewerkschaft. In den städtischen Kitas, die nicht von den Warnstreiks betroffen sind, findet – der Stadt Augsburg zufolge - nur ein eingeschränkter Betrieb statt. Besondere Aktivitäten, wie etwa geplante Ausflüge, entfallen. Im Hort werden keine Hausaufgaben gemacht.

Auf ihrem Streikplan stehen auch mehrere Stadtverwaltungen in Schwaben, Oberbayern und Oberfranken und in Unterfranken die Stadtreinigung. In Würzburg etwa werden Müllabfuhr und Straßenreinigung nur eingeschränkt arbeiten. Die Papiertonnen werden lediglich in der Altstadt geleert, zudem stellt ein Notdienst der Containerabfuhr die Abfallentsorgung von Kliniken und Pflegeheimen sicher. Die Straßenreinigung wird in der Innenstadt durchgeführt. In den anderen Stadtteilen wird nur punktuell gereinigt.

Am Klinikum Tirschenreuth in der Oberpfalz soll es zwar zu keinem Warnstreik kommen, der den Betrieb lahm legt, doch wollen Mitarbeiter ihre Forderungen in einer kleinen Demonstration artikulieren.

Mehr Geld für 2,3 Millionen Tarifbeschäftigte gefordert

Die Warnstreiks im Öffentlichen Dienst sollen die Woche über weitergehen. Insgesamt sind 70 Aktionen geplant.

Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro. Mitte September war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.

Zwei Streiks in einem

Es sind zwei Tarifkonflikte, wegen denen die Gewerkschaft Verdi zum Warnstreik aufgerufen hat – je nach Stadt hat es einen oder sogar beide Gründe. Zum einen liegt die Gewerkschaft im Clinch mit den kommunalen Arbeitgebern. Die Verhandlungen über Verbesserungen im Tarifvertrag Nahverkehr für den Freistaat haben am vergangenen Dienstag begonnen und werden im Oktober fortgesetzt.

Aber Verdi fordert auch einen bundesweit einheitlichen Tarifvertrag. Dabei geht es unter anderem um Überstundenregelungen und individuelle Zuschläge – je nach Gehaltsstufe. Außerdem kämpft die Gewerkschaft um einen höheren Lohn mit dem Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen, der die privaten Unternehmen vertritt, die von den Städten häufig für den Nahverkehr beauftragt werden.

© BR/Irene Esmann
Bildrechte: dpa/Sven Hoppe

In fast allen größeren bayerischen Städten fallen heute Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen aus. Vereinzelt sind auch andere Einrichtungen wie etwa Kitas betroffen. Der aktuelle Überblick.

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