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Verdi: Warnstreiks auch in Schwaben und im Allgäu | BR24

© BR/Susanne Hofmann

Wo wird am Montag in Augsburg gestreikt?

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Verdi: Warnstreiks auch in Schwaben und im Allgäu

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft für den heutigen Montag im Rahmen des laufenden Tarifkampfs im öffentlichen Dienst in Bayern zu neuen Warnstreiks auf. Auch Betriebe in Schwaben und dem Allgäu beteiligen sich.

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Kliniken, Kitas, Müllabfuhr – in Schwaben und dem Allgäu wird in mehreren Bereichen gestreikt. Ein Überblick.

Augsburg: Kitas und Müllabfuhr

In Augsburg ist ein Großteil der städtischen Kitas betroffen, die entweder ganz geschlossen bleiben oder nur eine Notbetreuung anbieten. Auch das städtische Jobcenter und die Müllabfuhr werden bestreikt. Die Tonnen für Restmüll, Bioabfälle sowie Papier werden nicht geleert. Das soll in den nächsten Tagen nachgeholt werden. Auch die Wertstoffhöfe bleiben geschlossen.

Augsburger Nahverkehr nicht betroffen

Der Nahverkehr wird am Montag nicht bestreikt. Die Stadtwerke informieren in einer Pressemitteilung, dass die Versorgung mit Energie und Trinkwasser gewährleistet ist. Es stehen Teams für Notfälle bereit, die Leitstelle ist besetzt und das Kundencenter geöffnet, so die Stadtwerke.

Streik an der Uniklinik Augsburg

Nachdem vor einer Woche der Streik an der Uniklinik Augsburg abgesagt wurde, hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten für Montag und Dienstag dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. 170 von insgesamt 1.400 Betten sollen bestreikt werden. Das sei zwar das gute Recht der Mitarbeiter, so der Klinikvorstand, angesichts steigender Corona-Zahlen aber der falsche Zeitpunkt. Vor dem Hintergrund einer zweiten Corona-Welle und offenbar rasch steigender Covid-Patienten-Zahlen nennt der Vorstand des Uniklinikums das Verhalten "verantwortungslos".

Verdi setzt dagegen, man könne guten Gewissens sagen, dass durch die Aktion keine Patienten gefährdet würden. Man habe die Organisation genau mit der Klinikleitung abgesprochen. Auch wenn man neun der normalerweise circa 19 OP-Säle bestreiken sollte, seien immer noch deutlich mehr OPs im Betrieb als am Wochenende. Der Streik endet in der Nacht auf Mittwoch.

Während des Streiks wollen Ärzte des Universitätsklinikums pflegerische Tätigkeiten übernehmen, um Patienten zu versorgen. Das hat das Klinikum mitgeteilt.

Kundgebungen im Allgäu

Auch im Verdi-Bezirk Allgäu und den Landkreisen Weilheim-Schongau sowie Garmisch-Partenkirchen sollen die Beschäftigten nach dem Verdi-Aufruf in fast 50 Betrieben und Dienststellen ganztägig die Arbeit ruhen lassen.

In Kempten ist am Montag ab 10 Uhr eine zentrale Kundgebung mit Streikdelegierten geplant. Aufgrund der Corona-Situation habe man sich dazu entschieden, dass die am Streik teilnehmenden Abteilungen nicht komplett zur Kundgebung erscheinen, sondern nur einige wenige Delegierte schicken. Weil der Unmut in manchen Betrieben aber sehr groß sei, sagte der Allgäuer Verdi-Bezirksgeschäftsführer Werner Roell im BR-Gespräch, könne und wolle man nicht ausschließen, dass es viel mehr werden könnten als die geplanten 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Klinikverbund Allgäu betroffen

Betroffen vom Streik ist unter anderem der Klinikverbund Allgäu. Um die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten, wurde ein Notdienst vereinbart. Außerdem werden sich etliche Mitarbeiter in den Stadt- und Gemeindeverwaltungen, in Bauhöfen und auch in mancher Sparkassen-Filiale am Warnstreik beteiligen.

Verdi argumentiert, die Arbeitgeberseite habe auch nach zwei Verhandlungsrunden noch kein Angebot vorgelegt. "Allein den 'Heldinnen und Helden' Beifall zu klatschen und in Ansprachen deren Leistung zu loben, reicht nicht", sagte Bezirksgeschäftsführer Röll. Die nächste Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst soll am 22. Oktober stattfinden.

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