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Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes ziehen durch Augsburg

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Verdi-Warnstreik: Mit Trommeln und Trillerpfeifen durch Augsburg

In Schwaben sind die Auswirkungen des Warnstreiks von Beschäftigten des öffentlichen Dienstes vor allem in Augsburg, Kempten und Neu-Ulm zu spüren. Insgesamt legten laut Verdi mehr als 1.000 Beschäftigte die Arbeit nieder.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben.

In Augsburg streiken heute nach ersten Angaben der Gewerkschaft Verdi um die 900 Beschäftige aus allen Dienstbereichen, also städtischen Kitas, Ämtern, Behörden, Klinikum, Stadtwerken und dem Abfallwirtschaftsbetrieb. Laut Verdi demonstrierten am Vormittag rund 700 Beschäftige auf dem Rathausplatz. Die Polizei sprach sogar von 900 Teilnehmern. Sie waren in zwei Demonstrationszügen vors Rathaus gezogen.

"Wir wollen mehr Geld. Soziale Berufe werden immer noch unterbezahlt und wir wollen, dass auch anerkannt wird, was wir für eine Arbeit leisten. – Im öffentlichen Dienst gibt es viele Gehaltsstufen, in denen man nicht viel mehr als den Mindestlohn verdient. Und das ist wichtig, dass man da solidarisch mit auf die Straße geht und dafür kämpft." Teilnehmer des Warnstreiks in Augsburg

Florian Böhme, Gewerkschaftssekretär von Verdi, erklärte, dass der öffentliche Dienst attraktiver werden müsse, um einen Fachkräftemangel zu verhindern. Das ginge nur über Gehalt, gute Arbeitsbedingungen und eine gute Nachwuchsgewinnung.

Augsburgs Oberbürgermeister zeigt Verständnis – und mahnt

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl sagte, es sei in der Stadt zu spüren, dass gestreikt wird. "Streiks sind in unserer Rechtsordnung ein hohes Gut. Da muss schon Verständnis dafür aufgebracht werden, wenn sich Gewerkschaften und kommunaler Arbeitgeberverband gegenüberstehen, um neue Konditionen zu verhandeln", sagte Gribl dem BR. Ihm sei aber wichtig, dass der Dienstbetrieb in der Stadt aufrechterhalten wird – vor allem im Krankenhausbereich und bei der Kindertagesbetreuung. "Auch wenn gestreikt wird, muss immer auch mit Augenmaß agiert werden", verlangte Gribl.

Kundgebung auch in Kempten

In Kempten versammelten sich am Vormittag rund 500 Warnstreikende auf dem Rathausplatz. In Neu-Ulm und Ulm traten am Morgen die städtischen Fahrer von Bussen und Straßenbahn in den Ausstand.

Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaft und den öffentlichen Arbeitgebern ist für den 16. April geplant.