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Verdi Warnstreik – Menschenkette vor dem Rathaus in Würzburg | BR24

© BR/Björn Möller

Warnstreik vor dem Würzburger Rathaus

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    Verdi Warnstreik – Menschenkette vor dem Rathaus in Würzburg

    Am bayernweiten Warnstreik im öffentlichen Dienst beteiligten sich auch Beschäftigte in Würzburg, Aschaffenburg, Schweinfurt und Kitzingen. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung. Am Würzburger Rathaus bildeten Demonstranten eine Menschenkette.

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    Von
    • Pirmin Breninek
    • Katja Ortlauf
    • Carol Lupu

    Die Gewerkschaft Verdi hat am Montag zum ganztägigen Warnstreik im öffentlichen Dienst aufgerufen. Es handelt sich um einen flächendeckenden Warnstreik in ganz Bayern. Laut Verdi waren in Würzburg Mitarbeiter von zehn kommunalen Unternehmen, darunter die Stadtreiniger, der Entwässerungsbetrieb, die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs GmbH (WVV), die Stadtwerke und die Sparkasse Mainfranken zum Streik aufgerufen.

    Menschenkette am Würzburger Rathaus

    Der Warnstreik in Würzburg ging ab 11 Uhr los. Die Demonstranten bildeten eine Menschenkette vor dem Würzburger Rathaus. Laut dem Verdi-Bezirksgeschäftsführer, Gerald Burkard, kamen unerwartet rund 400 Menschen zur Protestaktion. Doch ein Teil der Demonstranten musste vorzeitig nach Hause geschickt werden, da aufgrund von Corona nur 250 Menschen genehmigt waren.

    Es waren 25 Ordner bei der Aktion im Einsatz. Sie achteten laut Gewerkschaft darauf, dass jeder den Mindestabstand von eineinhalb Metern einhält und zusätzlich eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt. Für die Protestaktion stand neben dem Rathaus noch eine Fläche am unteren Markt zur Verfügung. Laut Burkhard stellten sich 170 Demonstranten rings um das Rathaus. Die restlichen Protestler versammelten sich am Unteren Markt.

    Auch die Würzburger Straßenbahn GmbH wird bestreikt. Allerdings ist der Öffentliche Nahverkehr davon nicht betroffen, da laut Verdi das Fahrpersonal nicht zum Streiken aufgerufen war.

    Protestmarsch in Aschaffenburg

    Auch in Aschaffenburg wurde gestreikt: Ab 10 Uhr zog ein Protestmarsch vom Volksfestplatz zum Theaterplatz. Anschließend gab es eine Kundgebung. Am Streik beteiligten sich laut Gewerkschaft rund 150 Demonstranten, darunter viele junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Verdi-Vertreter Tobias Schürmann wirft den Arbeitgebern Verhöhnung der Arbeitenden vor. "Das kann nicht sein. Dagegen wehren wir uns", sagt Schürmann. Laut Schürmann seien ursprünglich acht Betriebe mit etwa 800 Mitarbeitern zum Protest aufgerufen worden. Polizeilich zugelassen seien wegen der Corona Maßnahmen nur maximal 200 Personen.

    Streik im Klinikum Aschaffenburg-Alzenau

    Gestreikt wurde auch im Klinikum Aschaffenburg-Alzenau. Der Betrieb des Klinikums wurde durch die Demonstrationen nicht gestört. Laut dem stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Andreas Parr sei bei den Demonstrationen im Klinikum nicht nur die Tariferhöhung ein Thema. Das Klinikum habe nämlich mit der Ausgliederung verschiedener Mitarbeitergruppen begonnen. "Jetzt sollen mit weniger Gehalt und mit weniger Rechten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgespeist werden", sagt Parr. Aktuell seien schon 92 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgegliedert worden.

    Mitarbeiter der Müllabfuhr streiken auch

    In Aschaffenburg blieb auch der Müll aufgrund des Streiks liegen. "Wir fühlen uns nicht wertgeschätzt", sagte Dirk Rachor, Personalratsvorsitzender für die Entsorgung aus den Stadtwerken Aschaffenburg. Seit Frühjahr falle viel mehr Müll an als sonst. "Die Mitarbeiter der Müllabfuhr machen ständig Überstunden. Die Arbeitgeber berücksichtigen das nicht", so Rachor.

    Einschränkungen im Schiffsverkehr in Unterfranken

    Von den Warnstreiks im öffentlichen Dienst war auch der Schiffsverkehr betroffen. Im Einzugsgebiet in Schweinfurt konnten laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt 19 Schiffe nur eingeschränkt fahren. Demzufolge war die Leitzentrale Marktbreit komplett bestreikt. Von dort werden die Schleusen in Marktbreit, Dettelbach, Kitzingen und Goßmannsdorf betreut.

    Auch im Zuständigkeitsbereich des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Aschaffenburg kam es zu Behinderungen. Wie das dort zuständige Amt auf Anfrage mitteilt seien unter anderem die Schleusen in Kleinostheim, Freudenberg und Lengfurt betroffen.

    Forderungen der Gewerkschaft Verdi

    Mit den Protesten will die Gewerkschaft den Druck auf die öffentlichen Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde erhöhen. Der voraussichtlich letzte und entscheidende Verhandlungstermin soll am 22. Oktober stattfinden. Die Gewerkschaft Verdi fordert dabei eine Lohnerhöhung um 4,8 Prozent, mindestens aber um 150 Euro monatlich. Außerdem sollen die Entgelte für Auszubildende um 100 Euro monatlich angehoben werden.

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