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Verdi ruft Handel in München und Augsburg zum Streik auf | BR24

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Zahlreiche Beschäftigte des Handels haben heute die Arbeit niedergelegt und sich zu einer Kundgebung in München getroffen. Sie wollen so Druck auf die Tarifverhandlungen im Einzel-, Groß- und außenhandel ausüben.

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Verdi ruft Handel in München und Augsburg zum Streik auf

Die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft heute Beschäftigte aus über 30 ausgewählten Betrieben in München und Augsburg zum Streik auf. Laut Gewerkschaft geht es um Respekt und Wertschätzung auch beim Gehalt.

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Verdi ruft in München und Augsburg zum "Großen Aktionstag im Handel" auf. Beschäftigte aus über 30 ausgewählten Betrieben in München und Augsburg sollen ihre Arbeit niederlegen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. In der Landeshauptstadt ist am Vormittag eine Demonstration mit Kundgebung geplant.

Laut Verdi sind Beschäftigte aus Betrieben der Unternehmen Amazon, Douglas, Edeka, Esprit, eurotrade Flughafen, Galeria Kaufhof, H&M, Hugendu-bel, Ikea, Kaufland, Lidl, Marktkauf, Media Markt, Metro, Selgros, Sport Scheck, Stahlgruber, Wöhrl und ZARA zum Streik aufgerufen.

verdi: keine Wertschätzung für Beschäftigte

"Beschäftigte leisten hervorragende Arbeit, erfahren dafür aber in den Tarifverhandlungen weder Wertschätzung noch Respekt", so Hubert Thiermeyer, Verdi-Verhandlungsführer in Bayern, in einer Mitteilung. Gleichzeitig seien die Beschäftigten von massiver Altersarmut bedroht, obwohl im Handel Konzerne immer weiterwachsen und massive Gewinne machten. Die dritte Verhandlungsrunde war Mitte Juni gescheitert.

Arbeitgeber bieten 2,9 Prozent für zwei Jahre

Sowohl im Groß- als auch im Einzelhandel haben die getrennten Verhandlungen bisher nicht zum Ergebnis geführt. Die Gewerkschaft fordert unter anderem einen Euro mehr pro Stunde im Einzelhandel. Die Arbeitgeber boten für rund 535.000 Beschäftigte zuletzt 2,9 Prozent für zwei Jahre. Im Groß- und Außenhandel beträgt die Forderung für die rund 260.000 Beschäftigten 6,5 Prozent. Hier bieten die Arbeitgeber 2,5 Prozent für zwei Jahre.

Verdi fürchtet Reallohnverlust

Die vorliegenden Angebote bedeuteten schon 2019 und 2020 Reallohnverlust für die Beschäftigten, so Verdi. Der Handel tue sich selbst einen Gefallen, auch durch Gehaltssteigerungen wieder an Attraktivität als Arbeitgeber zu gewinnen, betont Verdi-Streikleiter Dominik Datz.

Demonstration und Kundgebung in München

Nach Angaben des Pressesprechers von verdi trafen sich heute Morgen rund 1.000 Streikende aus München und Augsburg im DGB-Haus München, um in der Innenstadt zu demonstrieren. Die Abschlusskundgebung fand am späten Vormittag am Gärtnerplatz statt.