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"Aktive Mittagspause" vor dem Klinikum Landshut

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    Verdi-Proteste an Kliniken in Landshut und Regensburg

    Lohnerhöhung, Anhebung der Azubi-Vergütung und Entlastung durch mehr freie Tage. Die Gewerkschaft Verdi fordert bundesweite Veränderungen für das Klinikpersonal. In Landshut und Regensburg wurde deshalb zu einer "aktiven Mittagspause" aufgerufen.

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    Von
    • Harald Mitterer
    • Meike Föckersperger
    • BR24 Redaktion

    Im Rahmen der bundesweiten Proteste hat die Gewerkschaft Verdi heute auch die Beschäftigten der Kliniken Landshut und Regensburg zu einer Protestaktion aufgerufen. Während einer "aktiven Mittagspause" haben sie die Arbeit niedergelegt. Verdi fordert unter anderem mehr Lohn und zusätzliche freie Tage für die Klinik-Mitarbeiter.

    "Aktive Mittagspause" in Landshut

    Um den Protest Corona-konform umzusetzen und die Mindestabstände einhalten zu können, wurden in Landshut Delegierte der Beschäftigten zu einer Kundgebung auf den Vorplatz des Klinikums entsandt. Dort sprach Verdi Sekretär Josef Ilsanker zu den Klinikbeschäftigten: "Offenbar glauben die Arbeitgeber, wir seien unter den Bedingungen von Corona nicht handlungsfähig. Das werden wir in den nächsten Wochen gemeinsam mit den Beschäftigten widerlegen und unsere Aktivitäten in Niederbayern ausweiten". Es ist mit weiteren Streiks im Krankenhausbereich zu rechnen, hieß es.

    "Erst Applaus für das Personal, dann nur noch Kostenfaktor"

    Es sei mehr als beschämend, dass die Arbeitgeberseite immer noch kein Angebot vorgelegt hätte und mit Verschlechterungen drohe, obwohl die Steuerschätzungen und die Wirtschaftsprognosen eine deutliche Erholung prognostizieren, erklärte Carolin Töpperwien von der Verdi Betriebsgruppe des Klinikums Landshut. "Die Beschäftigten, denen gestern noch als HeldInnen der Coronakrise applaudiert wurde, werden heute offenbar nur noch als Kostenfaktoren gesehen. Damit wird man weder deren Leistungen gerecht noch wird man der Personalnot im Gesundheitswesen erfolgreich begegnen können", betonte Töpperwien.

    Die Aktion am Klinikum Landshut war bewusst auf den 30. September gelegt worden, denn parallel tagte in Berlin die Gesundheitsministerkonferenz.

    Das Klinikum in Landshut beschäftigt mehr als 1.200 Menschen und ist damit einer der größten Arbeitgeber der Stadt.

    "Aktive Mittagspause" auch im Bezirksklinikum Regensburg

    Auch in Regensburg hat sich das Medbo-Bezirksklinikum der bayernweiten Aktion von Verdi heute angeschlossen. Dort haben sich die Mitarbeiter vor der Kantine am Klinikum versammelt. Mit Hilfe von Flyern wurde auf die aktuelle laufende Tarifrunde in Berlin aufmerksam gemacht.

    Personalmangel ist das größte Problem

    Das größte Problem in den Kliniken sei der Personalmangel, der dringend behoben werden müsse. In der laufenden Tarifrunde fordert die Gewerkschaft für alle 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent, mindestens um 150 Euro und die Anhebung der Azubi-Vergütung um 100 Euro. Außerdem erwarten die Beschäftigten eine Entlastung durch zusätzliche freie Tage.

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