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Warnstreiks im bayerischen Nahverkehr am Montag und Dienstag | BR24

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Busfahrer wollen zum Wochenbeginn wieder streiken.

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    Warnstreiks im bayerischen Nahverkehr am Montag und Dienstag

    Im Tarifkonflikt im öffentlichen Nahverkehr steht eine Einigung weiter aus. Die Gewerkschaft Verdi will den Druck hochhalten und hat für kommenden Montag wieder Warnstreiks angekündigt. In Würzburg wurde der Streik wegen Corona wieder abgesagt.

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    Von
    • Norbert Bauer
    • Birgit Harprath
    • Vesile Özcan

    Die Gewerkschaft Verdi hat für kommenden Montag (26.10.) erneut zu Warnstreiks im bayerischen Nahverkehr aufgerufen. In zahlreichen Städten soll es im Nahverkehr ganztägig zu Einschränkungen kommen, darunter auch Passau, Regensburg und der Ballungsraum München. Das trifft besonders Pendler und Schulkinder hart.

    Keine Busse in Passau und Regensburg zum Wochenstart

    Benutzer der Regensburger und Passauer Stadtbusse müssen sich bis zum Wochenbeginn Alternativen überlegen, wie sie zur Arbeit oder zur Schule kommen. In Regensburg gilt der Aufruf der Gewerkschaft sogar für Montag und Dienstag. Bestreikt werden sollen die Stadtbusse. Nach Plan fahren dagegen die S-Bahnen und Züge des Nahverkehrs. Dort gilt ein anderer Tarifvertrag. Die Streik-Maßnahmen hier im Überblick:

    Zum Streik im Tarifkonflikt ÖPNV in Bayern sind die kommunalen Verkehrsbetriebe in folgenden Städten aufgerufen:

    München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg (zweitägig, 26./27.10.), Fürth, Coburg, Bamberg, Aschaffenburg, Ingolstadt, Passau und Schweinfurt.

    Zum Streik im privaten Omnibusgewerbe sind aufgerufen:

    • Stadtverkehr Aschaffenburg GmbH (zweitägig, 26./27.10.)

    • SÜC Bus und Aquaria in Coburg (zweitägig, 26./27.10.)

    • Kirchweihtal/Kaufbeuren (zweitägig, 26./27.10.)

    Würzburger Nahverkehr wird doch nicht bestreikt

    Auch in Würzburg waren für Montag Warnstreiks im privaten Omnibusgewerbe angekündigt. Diese wurden aber wieder abgesagt. Das teilte die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) mit. Es seien intensive Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung und der Arbeitnehmervertretung der NVG Omnibus-Betriebsgesellschaft mbH durchgeführt worden, damit die Mitarbeiter nicht am Streik teilnehmen. Damit wolle man den Fahrgästen während der schwierigen Corona-Situation gerecht werden.

    Verhandlungen werden Ende Oktober fortgesetzt

    Es ist der dritte Aktionstag im Tarifkonflikt. Der wird zurzeit auf Landesebene geführt mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband und mit dem privaten Omnibusgewerbe. In vielen Städten bedienen die inzwischen die Linien im Auftrag der Städte. Die Gewerkschaften Verdi und die Tarifunion des Beamtenbundes fordern höhere Einkommen, bessere Arbeitsbedingungen und eine 35 Stunden-Woche für die laut Arbeitgeberverband rund 6.300 Beschäftigten.

    Verdi: Mehrbelastung durch Fahrermangel bei mehr Fahrgästen

    Im Vergleich zum Jahr 2000 sei die Zahl der Beschäftigten in Deutschland um 18 Prozent gesunken, während im gleichen Zeitraum die Anzahl der Fahrgäste um ein Viertel gestiegen sei. Aufgrund dieser Belastung kommt es laut Verdi zu überdurchschnittlich hohen Krankheitsständen. Die Situation werde sich zukünftig noch weiter verschärfen, denn der Altersdurchschnitt der Beschäftigten liege bei 49 Jahren.

    Arbeitgeber: Härte der Auseinandersetzung nicht nachvollziehbar.

    Der Kommunale Arbeitgeberverband in Bayern (KAV) zeigt kein Verständnis für die erneuten Aktionen. Er verweist auf sein letztes Angebot unter anderem mit einer Corona-Sonderzahlung von einmalig 300 Euro. Zudem habe man bereits zusätzliche Urlaubstage und Entlastungstage angeboten. Verdi geht das nicht weit genug. Weiterverhandelt wird Ende Oktober. Mit dem privaten Omnibusgewerbe wurde bisher kein weiterer Termin vereinbart.

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