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Verdächtige Atteste: Sachverständige prüfen Patientenunterlagen | BR24

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Bereits Mitte Dezember sollen die Wohn- und Praxisräume des Arztes und seiner Ehefrau aus dem Landkreis Schwandorf durchsucht worden sein.

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    Verdächtige Atteste: Sachverständige prüfen Patientenunterlagen

    Ein Arzt im Landkreis Schwandorf soll verdächtige Atteste für Kinder ausgestellt haben. Etwa 60 Patientenakten nehmen Sachverständige jetzt genauer unter die Lupe. Auch für die Eltern der betroffenen Kinder könnte das Folgen haben.

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    • BR24 Redaktion

    Im Fall eines Ärztepaares aus dem Landkreis Schwandorf, das verdächtige Atteste für Kinder ausgestellt haben soll, prüfen medizinische Sachverständige rund 60 Patientenakten nach. Die Auswertung der Unterlagen, die die Staatsanwaltschaft Amberg Mitte Dezember bei einem Arztehepaar im Landkreis Schwandorf sicherstellen hat lassen, wird noch rund 6 Wochen dauern. Das sagte heute ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Amberg dem BR.

    Wohn- und Praxisräume durchsucht

    Gegen das Arzt-Ehepaar hatte es Anzeigen von u.a. von mehreren bayerischen Gesundheitsämtern und vom Elternteil eines betroffenen Kindes gegeben. Bereits Mitte Dezember sind die Wohn- und Praxisräume des Arztes und seiner Ehefrau durchsucht worden. Es geht darum , zu prüfen, ob das Arztehepaar "unrichtige Gesundheitszeugnisse" ausgestellt hat und zwar zur Befreiung von der Masernimpfpflicht und zur Befreiung von der Maskenpflicht in der Corona-Pandemie. Die Unterlagen werden von medizinischen Sachverständigen überprüft. Sie müssen feststellen, ob es für die Atteste tatsächlich medizinische Gründe gibt, die eine Befreiung vom Maskentragen in der Pandemie oder eine Befreiung von der Masernimpfpflicht rechtfertigen. Die Recherche ist aufwendig, denn in manchen Fällen kann es Auslegungssache sein, was medizinisch indiziert ist und was nicht.

    Ermittlungsverfahren gegen Eltern?

    Bei Anti-Corona-Demos waren Teilnehmer mit solchen Attesten aufgefallen. Außerdem gab es Fälle von Kindern, die Atteste zur Maskenbefreiung in verschiedenen bayerischen Schulen vorlegten, die alle aus derselben Arztpraxis stammten. Das Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse, um sie dann bei Behörden vorzulegen, ist strafbar. Es droht eine Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren oder eine Geldstrafe.

    Die Verwendung unrichtiger Gesundheitszeugnisse ist ebenfalls strafbar, wenn sie vorsätzlich geschieht. Auch auf die Eltern könnte deshalb ein Ermittlungsverfahren zukommen. Die Praxis soll auch wegen des Ausstellens von Maskenbefreiungs-Attesten in der Corona-Pandemie auffällig geworden sein.

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