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Missbrauchsverdacht in der katholischen Kirche

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    Verdacht des sexuellen Missbrauchs: Koordinationsteam übernimmt

    Eine Frau wirft dem Memminger Stadtpfarrer sexuellen Missbrauch vor. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, der katholische Geistliche ist freigestellt. Ein Koordinationsteam übernimmt nun vorübergehend die Seelsorge in den betroffenen Pfarrgemeinden.

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    Von
    • Doris Bimmer
    • Veronika Scheidl

    Gegen den katholischen Dekan der Pfarreiengemeinschaft Memmingen stehen Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs einer volljährigen Frau im Raum. Das Bistum Augsburg hat den Stadtpfarrer umgehend vom Amt freigestellt, die Seelsorge übernimmt vorübergehend ein sechsköpfiges Koordinationsteam aus Geistlichen und Laien, teilt das Bistum heute mit.

    Die Leitung des Teams liege bei Maria Weiland, Leiterin der City-Seelsorge Memmingen. Die Belange der Pfarreiengemeinschaft vertrete Prodekan Pfarrer Ralf Czech. Die Entscheidung sei im Einvernehmen mit Bischof Bertram Meier getroffen und bereits gestern in allen Gottesdiensten der Pfarreiengemeinschaft als Mitteilung verlesen worden.

    Frau wirft Pfarrer sexuellen Missbrauch vor

    Der Anwalt des Stadtpfarrers erklärt schriftlich, die Vorwürfe gegen seinen Mandanten beruhten auf den Angaben einer einzelnen volljährigen Frau, die sich beim Missbrauchsbeauftragten der Diözese Rottenburg-Stuttgart gemeldet habe. Ermittelt werde nun wegen des Anfangsverdachts strafbarer sexualbezogener Handlungen.

    Die von kirchlicher Seite eingeleiteten Ermittlungen und die Freistellung des Stadtpfarrers beruhten auf einer zwingenden Vorgehensweise nach kirchenrechtlichen Vorschriften. Eine Aussage, ob die gegen seinen Mandanten erhobenen Vorwürfe zuträfen, könne aus dieser Vorgehensweise nicht abgeleitet werden. Das Bistum geht nur kurz auf die Erklärung des Anwalts ein und betont schriftlich, "jedwede Bewertung der Vorgänge obliege der ermittelnden Staatsanwaltschaft und der Glaubenskongregation in Rom“.

    Bistum verspricht vollumfängliche Aufklärung

    Vergangene Woche hatte das Bistum Augsburg die Vorwürfe und die Freistellung des Geistlichen publik gemacht. Generalvikar Heinrich erklärte dazu in einer Mitteilung, dass das Bistum Augsburg im Kampf gegen Missbrauch seit langer Zeit eine Null-Toleranz-Politik verfolge. Den konkreten Fall nehme man sehr ernst: "Wir werden alles dransetzen, eine durchgängige, lückenlose und transparente Aufklärung sicherzustellen."

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