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Eine Kindertagesstätte in Würzburg
© BR Fernsehen
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Eine Kindertagesstätte in Würzburg

Auf Anordnung der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg ist der Hauptverdächtige dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt worden. Dieser erließ Haftbefehl. Der zweite Verdächtige wurde wieder auf freien Fuß gesetzt, da sich nach den ersten Ermittlungen der dringende Tatverdacht nicht erhärtet hat. Laut Polizei sind die Beamten dem Tatverdächtigen bei einem umfangreichen Ermittlungsverfahren auf die Spur gekommen. Dabei habe sich ein dringender Tatverdacht ergeben, wonach er kinderpornographisches Material im "Darknet" verbreitet habe – einem abgeschirmten Bereich des Internets. Das mutmaßlich von dem Beschuldigten selbst angefertigte und anschließend verbreitete Material zeigt nach derzeitigem Kenntnisstand ausschließlich Jungen im Kindergartenalter.

Razzia in Würzburg

Im Zuge der Ermittlungen hatten die Beamten am Mittwoch (20.03.) mehrere Objekte in Würzburg durchsucht, darunter eine Kindestagesstätte. Zu ihr soll einer der Tatverdächtigen einen engen Bezug haben. "Man muss dazu sagen, dass es sich eben um eines der Objekte handelt, bei dem im Rahmen der Aufklärung die Möglichkeit bestand, dass der Täter mit Kindern in Kontakt getreten ist", so Oberstaatsanwalt Christian Schorr von der Zentralstelle Cybercrime Bayern in Bamberg. "Konkrete Hinweise darauf, dass tatsächlich Kinder der Kindertagesstätte Betroffene sind und von ihnen Aufnahmen gefertigt wurden, liegen derzeit noch nicht vor."

Kita in Würzburg

Kita in Würzburg

Evangelische Dekanin ist bestürzt

Träger der Kita ist die Evangelische Kirche. In einer Pressemitteilung schreibt die Würzburger Dekanin Edda Weise, die Nachricht habe sie "schockiert und sehr bestürzt". Da sich die Ermittlungen nicht gegen die Einrichtung richten würden, bleibe die Kita weiterhin geöffnet. Der zuständige Pfarrer, ein Team der Polizei und der Notfallseelsorge sowie sie selbst würden Gespräche mit Eltern und Mitarbeitern führen. Auf Würzburg waren die Beamten durch ihre Ermittlungen im Bereich der Kinderpornographie im "Darknet" gestoßen. Dabei identifizierten die Ermittler einen Internetanschluss, von dem aus selbst hergestellte Bilder und Videos verbreitet wurden. Den Anschluss hätten beide Männer genutzt, wobei einer von ihnen laut Polizei offensichtlich überhaupt nichts von den kinderpornographischen Bildern gewusst habe. Letzterer sei derjenige gewesen, der einen engen Bezug zu der Kindertagesstätte habe – er ist jetzt wieder auf freiem Fuß.

Ermittler werten Material aus

Unbestätigten Medienberichten zufolge soll es sich bei ihm um den stellvertretenden Kitaleiter, bei dem anderen Mann um seinen Lebensgefährten handeln. Allerdings sind das bislang reine Spekulationen. Die Polizei hat sich nicht dazu geäußert. Der Bamberger Oberstaatsanwalt Christian Schorr geht davon aus, dass die Jungen über Jahre hinweg missbraucht wurden. Die Ermittler hofften nun, auf Fotos und Videos Zeitstempel zu finden, um den Zeitraum genauer eingrenzen zu können. Bei den sichergestellten Bildern gehe es nicht nur um anzügliche Posen für die Kamera. "Es werden tatsächlich sexuelle Handlungen gezeigt", sagte Schorr.