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In Weiden laufen bereits die Planungen für eine großangelegte Evakuierungsaktion am Sonntag in einer Woche. Es besteht der Verdacht auf eine Fliegerbombe im Erdreich nahe dem Wasserwerk-Stadion.

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Verdacht auf Bombe: Weiden plant Großevakuierung

In Weiden laufen bereits die Planungen für eine großangelegte Evakuierungsaktion am Sonntag in einer Woche. Es besteht der Verdacht auf eine Fliegerbombe im Erdreich nahe dem Wasserwerk-Stadion. Historische Luftbilder der US Army legen dies nahe.

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Von
  • Margit Ringer

Nachdem sich in Weiden der Verdacht auf eine mögliche Bombe auf dem Gelände des Fußballstadions ergeben hat, sind die aufwändigen Planungen für eine große Evakuierungsaktion angelaufen. Ein Experte untersucht bis Freitag den Verdachtspunkt erneut mit Sonden und gräbt etwas Boden ab. Dann könne er am Freitag einschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass es sich um einen Blindgänger handelt.

Historische Karten zeigen Bombentrichter

Bislang zeigen Sondenuntersuchungen, dass ein "größerer ferromagnetischer Störmoment" im Boden sei, so der Experte. Historische Karten zeigen Abwurftrichter von Bomben zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Um was es sich allerdings genau handelt, kann erst bei der Bodenöffnung am 27.09. gesagt werden. Die Stadt und sämtliche Hilfsorganisationen informierten am Nachmittag über die angelaufenen Planungen für die Evakuierungsaktion.

Seniorenheim und Teile des Klinikums sollen evakuiert werden

Im 500-Meter-Radius rund um den Verdachtspunkt sind systemrelevante Einrichtungen wie die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz oder Teile des Klinikums sowie 1.500 Anwohner, die ihre Wohnungen verlassen müssen. Sie werden in einer Notunterkunft in der Max-Reger-Halle untergebracht. Ein BRK-Seniorenheim wird zudem evakuiert. Die 86 Bewohner werden in der Turnhalle der Europa-Berufsschule untergebracht.

Insgesamt sind 500 Einsatzkräfte eingebunden und rund 170 Fahrzeuge der Hilfsorganisationen von THW über BRK bis hin zu Polizei, Feuerwehr, Bundespolizei u.a. Erstmals in der Stadt Weiden findet so eine Evakuierungsmaßnahme statt, so OB Jens Meyer am Nachmittag. Seit Anfang Juli laufen die Planungen dafür.

Koordination erfolgt von München aus

Gefunden wurde der Verdachtspunkt bereits im Frühjahr, bei Voruntersuchungen zum Bau von Sportplätzen auf dem Gelände. Die Integrierte Leitstelle zieht bereits am Donnerstag in eine Not-Leitstelle bei der Berufsfeuerwehr in München um. "Einmalig in Bayern seit 1974", sagt ILS-Leiter Jürgen Meyer.

15 Weidener Disponenten koordinieren dann von München aus vier Tage lang Noteinsätze in der Nordoberpfalz. Die Bürger werden davon aber nichts spüren, die Versorgung und auch die Notrufnummer 112 sind sicher gestellt. Im Klinikum Weiden werden Patienten an dem Tag auf andere Stationen im Haus verlegt

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Der 27. September wird für viele Menschen in Weiden in der Oberpfalz ein Ausnahme-Tag: Dann nämlich soll ein möglicher Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden.

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