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Beamter bei der Precobs-Analyse

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    Verbrecherjagd mit Algorithmen

    Precobs ist das Datenanalyse-Programm, mit dem das LKA die Einbrecherzahlen noch mehr senken möchte. Wie das klappt? Ein Besuch bei den Pionieren der vorausschauenden Polizeiarbeit. Von Vera Cornette

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    "Wir haben keine Glaskugel und keinen schwarzen Raben", scherzt Günther Okon vom Bayerischen Landeskriminalamt. Beides braucht der Leiter der Analyseabteilung auch nicht, denn er hat Precobs. Eine Software, die ihm und seinen Kollegen bei der Vebrecher-, vor allem bei der Einbrecherjagd hilft.

    Das Programm analysiert Einbruchsmeldungen nach Tatzeit, Tatort, der Vorgehensweise und der Art der Beute. So kann Precobs auf organisierte Banden schließen. Bei Einbruchsdelikten von Banden wiederholen sich Muster, die auch die Polizeibeamten erkennen könnten – Algorithmen können es allerdings viel schneller.

    "Bei uns wird jeden Tag die Lage bewertet. Wir haben auch schon früher gewusst, welches Viertel wir besonders im Blick haben müssen. Mit Precobs wird unsere Arbeit granularer: so wissen wir, wo wir in den nächsten Tagen besonders präsent sein müssen." Günther Okon, LKA Bayern

    Einbruchsvorhersage mit dem PC

    Big Data soll vorhersagen, wo Verbrecher das nächste Mal zuschlagen. Im besten Fall hat Wolfgang Inderst von der Polizei München eine Streife, die Bereitschaftspolizei oder sonstige zusätzliche Kräfte informiert und losgeschickt.

    Kommissar Algorithmus hält Wohngebiete mit Einfamilien- und Reihenhäusern für besonders gefährdet. Auch Straßenzüge in der Nähe von U-Bahnstationen oder günstigen Unterkünften sind für Einbrecher besonders attraktiv. Zwölf Prozent des Münchner Stadtgebiets werden derzeit von Precobs beobachtet.

    Wie gut die Software tatsächlich ist, dass lässt sich schwer sagen. Über 1.300 Mal ist 2014 in München eingebrochen worden. 2015 sind die Delikte um 17 Prozent zurückgegangen. Im von Precobs überwachten Bereich sind die Einbrüche 2015 um 58 Prozent gesunken.