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Verbot von Klassenfahrten setzt Schullandheimen zu | BR24

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Bildrechte: Kerstin Junker

Schullandheim in Rappershausen im Landkreis Rhön-Grabfeld

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    Verbot von Klassenfahrten setzt Schullandheimen zu

    Bis Ende Januar 2021 sind alle Klassenfahrten und Schüleraustausche untersagt. Das hat das Bayerische Kultusministerium jetzt mitgeteilt. Die Entscheidung hat gravierenden Folgen für Schullandheime und Jugendherbergen - auch in Unterfranken.

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    Von
    • Wolfram Hanke

    "Für uns war die Nachricht ein richtiger Schlag“, sagt Kerstin Kießner, Leiterin vom Schullandheim Rappershausen im Landkreis Rhön-Grabfeld. Das Haus mit 90 Betten und Zeltplatz hatte nach dem Lockdown Anfang Juli wieder geöffnet und auf Gäste gehofft. Trotz reduziertem Betrieb war man in Rappershausen zuversichtlich. Das Hygienekonzept schreibt vor, dass nur die Hälfte der Betten belegt werden darf.

    Häuser trotzdem weiter geöffnet

    Das Schullandheim in der Rhön bleibt trotz der Entscheidung in München geöffnet und setzt jetzt alle Hoffnungen auf Buchungen von Familien, Vereinen oder Musikgruppen. Von den insgesamt 16 Mitarbeitern sind aktuell nur zwei im Haus. Heimleitung und Küchenleitung sind in Kurzarbeit. Das dicke Minus durch die Corona-Pandemie muss die Gemeinde Hendungen (Lkr. Rhön-Grabfeld) als Träger übernehmen.

    Vergleichbare Situation in Jugendherbergen

    Ähnlich schlecht ist die Situation in den Jugendherbergen. In dem 96-Betten-Haus in Schweinfurt hatte man beispielsweise gehofft, dass das Geschäft mit Schulklassen im September wieder anläuft. "Das kann man wohl vergessen“, sagt die stellvertretende Herbergsleiterin Kirstin Georgi. Dieses Jahr habe man in Schweinfurt rund 6.000 weniger Schülerübernachtungen durch die Corona-Pandemie. Buchungen müssten allerdings kaum storniert werden, weil die Lehrer bei ihren Anfragen sehr vorsichtig gewesen seien.

    Georgi befürchtet, dass sich die Situation bis tief ins nächste Jahr hinein ziehen wird. Jetzt setze man alle Hoffnungen auf Chöre oder Sportmannschaften. Das Haus in Schweinfurt wird getragen vom Jugendherbergswerk, das inzwischen auch Finanzspritzen aus München bekommt.

    Entscheidung des Kultusministeriums

    Das Kultusministerium hatte seine Entscheidung damit begründet, dass der Fokus in der ersten Hälfte des neuen Schuljahres auf dem Unterricht liegen soll. Die Schüler müssten den Wissens-Rückstand durch die coronabedingte Pause aufholen. Bereits gebuchte Reisen müssten ausfallen, mögliche Stornogebühren würde der Freistaat Bayern übernehmen.

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    © Jugendherberge Schweinfurt
    Bildrechte: Jugendherberge Schweinfurt

    Jugendherberge direkt am Main in Schweinfurt