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Bayern

Verbot der Anbindehaltung gefährdet kleine Milchviehbetriebe | BR24

© picture-alliance/dpa

Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes

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    Verbot der Anbindehaltung gefährdet kleine Milchviehbetriebe

    Der Bundesrat hat bei seiner jüngsten Sitzung die Bundesregierung mehrheitlich aufgefordert, ein gesetzliches Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung bei Rindern auf den Weg zu bringen. Dagegen wehrt sich der Bayerische Bauernverband (BBV).

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    Die Länderkammer hält die Anbindehaltung für nicht tiergerecht. Die dauerhaft an einem Platz fixierten Rinder hätten keine Möglichkeit zur Fortbewegung und könnten arttypische Verhaltensweisen wie Körperpflege und Gruppenbildung bestenfalls eingeschränkt ausleben. Dies habe auch deutliche Auswirkungen auf die Tiergesundheit. Kühe, die im Laufstall gehalten werden, hätten deutlich weniger Krankheiten wie Fruchtbarkeitsstörungen oder Eutererkrankungen.

    Bauernverband warnt vor verheerenden Folgen

    Der BBV lehnt das angestrebte Verbot der Anbindehaltung kategorisch ab. Daran ändert auch eine Übergangsfrist von zwölf Jahren nichts, die den Tierhaltern eingeräumt werden soll. Denn die Folgen für die bayerischen Bauern wären verheerend.
    "Viele der oft kleineren Betriebe, die jetzt noch Anbindehaltung haben, werden wohl nicht mehr investieren und aufgeben müssen. Die haben einfach nicht die Möglichkeit, einen Laufstall zu bauen. Das Gesicht der bayerischen Landwirtschaft ist in Gefahr." Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes

    Auch Bayerns Agrarminister Helmut Brunner ist gegen ein nationales Verbot der Anbindehaltung. Denn das würde gerade die kleinteilige Landwirtschaft treffen und somit die Kulturlandschaft gefährden. In Bayern werden aktuell rund 1,2 Millionen Kühe gehalten, rund ein Drittel davon noch in Anbindeställen. Meist handelt es sich dabei um kleinere Betriebe mit im Schnitt 27 Kühen. In Laufställen sind es dagegen 60 Kühe je Betrieb.

    Bundesregierung am Zug

    Mit dem Beschluss der Länderkammer muss sich nun die Bundesregierung befassen. Ob sie aber ein gesetzliches Verbot tatsächlich auf den Weg bringt, ist offen. Denn verpflichtet dazu ist sie nicht.