Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Verblüffendes Naturschauspiel: Tornado über Starnberger See | BR24

© BR

Bayern 1-Wetterfrau Hana Hofmann zum Phänomen Wasserhose

2
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Verblüffendes Naturschauspiel: Tornado über Starnberger See

Der Starnberger See menschenleer, Dauerregen am Sonntagnachmittag: Ein Retter der DLRG in Possenhofen traut kaum seinen Augen, als er in Richtung Leoni blickt und eine Wasserhose sieht. Unsere Wetterexperten erklären dieses bei uns seltene Phänomen.

2
Per Mail sharen
Teilen

In der Wachstation der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Pöcking-Starnberg traute der Wasserretter kaum seinen Augen. Das, was sich da am Sonntag am Regenhimmel am Westufer zwischen Possenhofen und Leoni entwickelte, war eine regelrechte Wasserhose. Bei Dauerregen kurz vor 16 Uhr war der See menschenleer. Der DLRG-Retter zückte sein Handy und schoss ein Bild, dass auf Facebook Furore machte. Gefährdet sei niemand gewesen, sagte Walter Kohlenz von der DLRG.

So ein Naturschauspiel sei extrem selten, sagen Meteorologen. Und doch erinnert es an ein ähnliches Wetterphänomen vor zwei Jahren - ebenfalls am Starnberger See.

Wetterexperte: "Wie bei einer heißen Herdplatte"

"Am Sonntag waren die Bedingungen für die Bildung von Wasserhosen außerordentlich günstig. Es ging wenig Wind, zudem war die Luft mit rund neun Grad außerordentlich kalt, während das Wasser noch die warmen Temperaturen der vergangenen Wochen gespeichert hatte. Die Wassertemperatur des Starnberger Sees betrug am Sonntag 19 Grad und war damit um zehn Grad wärmer als die darüber liegende Luft." Michael Sachweh, BR-Wetterexperte

Der Meteorologe zieht zur Erklärung einen Vergleich mit einer heißen Herdplatte heran.

"Wie bei einer heißen Herdplatte, die das Wasser im Topf brodeln lässt, wirkte auch die warme Wasseroberfläche als Heizplatte für die darüber liegende kalte Luftschicht und sorgte für außerordentlich starke Turbulenzen in der Atmosphäre." Michael Sachweh, BR-Wetterexperte

In Wasserhosen könne die Windstärke 100 km/h oder mehr erreichen, so Sachweh. "Wir können von Glück reden, dass es am Sonntag auf dem Starnberger See keine Verletzten oder Toten gegeben hat."