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Ein Teller mit Salat

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Vegane Produkte in Bayerns Supermärkten stärker gefragt

Hack oder Nuggets, Joghurt oder Käse – das alles gibt es auch als vegane Variante, also ganz ohne tierische Bestandteile. Und diese Produkte landen immer häufiger im Einkaufswagen der Menschen in Bayern.

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Von
  • Maren Breitling

In Deutschland ernähren sich insgesamt 1,3 Millionen Menschen inzwischen vegan. Laut einer Umfrage des Allensbach-Instituts sind das knapp zwei Prozent der Deutschen. Menschen, die vegan leben, verzichten auf tierische Erzeugnisse wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier und Honig. Ebenso nutzen sie auch keine Produkte mit tierischen Bestandteilen wie Leder und Wolle. Diese Lebenseinstellung wirkt sich auch auf den bayerischen Markt aus.

Nischenprodukte mit hohen Wachstumsraten

Auf den veganen Markt zugeschnittene Lebensmittel würden in den bayerischen Einkaufsläden jedes Jahr Zuwächse zwischen zehn und 20 Prozent verzeichnen, erklärt Bernd Ohlmann, Sprecher des Handelsverbands Bayern. Dennoch sind sie weiterhin Nischenprodukte: Der Anteil der veganen Produkte am Gesamtmarkt liegt ihm zufolge zwischen 0,7 und 0,8 Prozent. Es handle sich um ein Volumen von etwa 200 Millionen Euro. Das sei verschwindend gering, so Ohlmann. Ihm zufolge lägen die Bayern damit aber im Bundesschnitt.

Bayerischer Bio-Hafer ist ein Verkaufsschlager

Im Supermarkt greifen Veganer und Nicht-Veganer immer häufiger auch zu Milchalternativen wie dem Haferdrink. Daher steht in fast allen Einzelhandels- und Drogeriemarktketten Hafermilch mit regionaler Herkunft im Regal. Die Folge: Hafer aus Bayern boomt.

Friedrich Mechler, zuständig für Hafer bei der Erzeugergemeinschaft Naturland Markt AG, führt den Zuwachs vor allem auf eine oft bewusstere Ernährung zurück, zu dem auch der Veganismus zählt. Die Nachfrage sei besonders im Bereich der Müslis hoch und gleiches gelte inzwischen für Milchersatzprodukte: "Das ist das zweite große Zugpferd", so Mechler.

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Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jan Woitas

Hafer hat das Zeug zum Lieblingsgetreide - nicht nur von Veganern, sondern auch von bayerischen Bio-Bauern. Die profitieren nämlich seit Jahren immer mehr vom Trend zu Haferdrinks, Hafermüsli und Haferkeksen.

Einkaufsverhalten ändert sich

Alternativen in veganer Form landen immer häufiger im Einkaufswagen der Deutschen und verändern auch das Einkaufsverhalten. Laut einer Umfrage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hat knapp die Hälfte der Befragten schon einmal oder öfter vegetarische oder vegane Alternativen gekauft.

Dabei gibt es ein deutliches Altersgefälle: Menschen unter 45 Jahren greifen bei veganen Produkten öfter zu. Die Altersgruppen darüber tun dies deutlich seltener.

Die Gründe für den Kauf von rein pflanzlichen Lebensmitteln sind der Umfrage zufolge unterschiedlich: drei Viertel der Menschen, die diese Alternativen kaufen, machen das aus Neugierde. Knapp die Hälfte gaben als Grund für den Kauf "Tierleid" an, während für 43 Prozent der Geschmack zählt. 41 Prozent treffen die Kaufentscheidung, weil es dem Klima zugute komme.

Starker Zuwachs bei veganen Essenslieferungen

Der Trend zum Veganismus zeigt sich auch bei Lieferungen von Essen. Im vergangenen November bestellten die Leute bei Lieferando mehr als zweieinhalb Mal so häufig rein pflanzliches Essen wie im November des Vorjahres (plus 166 Prozent). Die Bewohner Hamburgs ließen sich laut Lieferando am häufigsten Veganes liefern, gefolgt von Frankfurt und München.

Und auch in Gourmet-Restaurants ist Essen ohne tierische Bestandteile angekommen. Der Gastronomieführer Guide Michelin zeichnete vor kurzem erstmals ein veganes Restaurant in Frankreich mit einem Stern aus. Das Restaurant "ONA" der Spitzenköchin Claire Vallée in der Nähe von Bordeaux verzichtet auf Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Honig.

Ausgewogenheit wichtig, sonst drohen Mangelerscheinungen

Ausgewogenheit ist für Veganer das A und O. Denn eine Ernährungsweise ohne tierische Produkte kann laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu Mangelerscheinungen führen. Damit alle lebenswichtigen Nährstoffe aufgenommen werden, sollten sich Veganer informieren, wie ihre Mahlzeiten genau aussehen müssen. Die DGE rät von einer rein pflanzlichen Ernährung in Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern ab.

Ist die Auswahl der Lebensmittel ausgewogen, kann die vegane Ernährung der Gesundheit guttun. Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck kann Studien zufolge vorgebeugt und das Schlaganfall-Risiko gesenkt werden. Den gleichen Effekt zeigt aber auch eine vegetarische Ernährung oder eine Ernährung mit wenig Fleisch.

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