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In der Wilhelminenaue in Bayreuth sollen Jugendliche gefeiert und randaliert haben. (Symbolbild)

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Feiernde Abiturienten: Vorwürfe gegen Stadt Bayreuth und Polizei

In Bayreuth gibt es Ärger: Ein Kiosk-Betreiber wirft Stadt und Polizei Tatenlosigkeit vor. Die Behörden sollen nicht den Umständen entsprechend eingegriffen haben, als Jugendliche randalierten. Im Rathaus zeigt man sich verständnisvoll.

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Von
  • Thorsten Gütling
  • BR24 Redaktion

Am vergangenen Freitag bekamen Schüler in Bayern ihr Abiturzeugnis. Ob die jüngsten Feierlichkeiten auf dem früheren Landesgartenschaugelände in Bayreuth damit zu tun hatten, ist unklar. Laut Aussagen eines Kioskbetreibers steht aber fest: In der Nacht auf Samstag sollen etliche Jugendliche auf dem Gelände gefeiert und randaliert haben.

Kiosk-Betreiber muss in der Wilhelminenaue aufräumen

Von "Hunderten feier- und saufwütigen Kids" und "14- bis 15-jährigen Besoffenen" schreibt Cornelius Sturm auf Facebook. Der Kioskbetreiber habe alleine bis spät in die Nacht dafür sorgen müssen, Müll, Schäden und Fäkalien von seinem Eigentum und dem der Stadt fernzuhalten, so Sturm, der dafür in den sozialen Netzwerken viel Zuspruch erhält – wohingegen vor allem die Stadt Bayreuth viel Spott erntet.

Polizei soll Jugendliche nicht ausreichend kontrolliert haben

Sturms Vorwürfe: Der von der Stadt an einigen Tagen in der Woche beauftragte Sicherheitsdienst sei ausgerechnet an dem Abend, an dem die Bayreuther Abiturienten ihre Abschlusszeugnisse erhalten hätten, nicht zum Dienst eingeteilt gewesen. Und die Polizei habe die teils minderjährigen schwer Betrunkenen nicht ausreichend kontrolliert. Überhaupt hätten die Polizisten bei ihren wenigen Besuchen auf dem Gelände am Freitagabend ihre Streifenwagen meist nicht einmal verlassen.

Stadt Bayreuth reagiert verständnisvoll

Im Bayreuther Rathaus zeigt man sogar Verständnis für Sturms Ärger. Die Probleme an der Wilhelminenaue seien der Stadt bekannt. Schon seit längerem habe man dort mit Vandalismus und Umweltverschmutzung zu tun. Am Morgen nach der besagten Abiturfeier hätten die Mitarbeiter deutlich mehr Müll als sonst und allen voran Glasscherben aus der Anlage geholt.

Dass just an diesem Tag kein Sicherheitspersonal vor Ort war, erklärt die Stadt damit, dass die vom Stadtgartenamt beauftragten Kräfte nur an zwei Tagen pro Wochenende eingeplant werden könnten. Und weil für besagten Freitag schlechtes Wetter gemeldet worden sei, habe man die Dienste auf Samstag und Sonntag gelegt. Eine lückenlose Kontrolle des weitläufigen Geländes sei für das Stadtgartenamt sowieso nicht möglich.

Polizei wirft Vorwürfe zurück

Die Polizei weist die Vorwürfe, zu lax kontrolliert zu haben, auf Nachfrage des BR zurück. Zwar hätten sich in der Spitze am späten Freitagabend rund 250 Personen auf dem ehemaligen Gartenschaugelände getroffen. Dabei habe es sich aber um Abiturienten gehandelt. Minderjährige seien bei den Kontrollen nicht angetroffen worden. Und schließlich seien bei der Polizei weder in der Nacht noch an den Tagen danach Meldungen bezüglich Ruhestörung, Verunreinigungen, Sachbeschädigungen oder Körperverletzungen eingegangen.

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