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US-Wahl: Fränkische Bundestagsabgeordnete bangen und hoffen | BR24

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Die Stimmen der US-Wahl sind in fünf entscheidenden Staaten noch nicht fertig ausgezählt. Der Wahlkrimi zwischen Biden und Trump bleibt spannend bis zuletzt. Was denken die Nürnberger und welche Auswirkungen hat das Ergebnis auf Franken?

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US-Wahl: Fränkische Bundestagsabgeordnete bangen und hoffen

Während die Stimmen der US-Wahl noch ausgezählt werden und Präsident Trump von Betrug spricht, machen sich fränkische Bundestagsabgeordnete Sorgen um die Beziehungen zu den USA. Der BR befragte Gabriela Heinrich (SPD) und Christian Schmidt (CSU).

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Von
  • Stanislaus Kossakowski

Auf Trumps Vorwurf des Wahlbetrugs und den Ruf seines Sohnes nach einem "totalen Krieg" um den Wahlsieg reagiert die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion mit Entsetzen. "Diese Aussagen erschrecken uns ganz besonders", sagt Gabriela Heinrich. Man sehe zugleich, dass Trump in den Medien zum Teil nicht mehr durchkomme. "Das bedeutet, dass die USA wirklich große Angst davor haben, dass es zu Ausschreitungen kommen kann, wenn hier weiter so versucht wird, das politische Klima zu verunsichern", erklärt die Nürnberger Bundestagsabgeordnete im BR-Interview.

Angst vor Ausschreitungen und politischer Unsicherheit

Gabriela Heinrich hofft, dass es in den USA friedlich bleibt und die Wahl so zu Ende gebracht wird, wie man es in einer traditionsreichen Demokratie erwarten kann. Wenn Trump im Amt bleibt, werde er seine America-First-Politik noch steigern, befürchtet Heinrich. Fortbestehen würde auch das Problem, dass sich die USA aus der Rolle der Ordnungsmacht herausnehmen.

Das habe Russland, China und der Türkei schon in Trumps erster Amtszeit "viel Raum für eigene aggressive Politiken" gegeben. Außerdem habe Trump insgesamt das transatlantische Verhältnis infrage gestellt. "Das ist eine Entwicklung, die uns sehr viel Sorge macht", so die Nürnberger Bundestagsabgeordnete.

Biden bietet bessere Perspektive für EU und Deutschland

Biden hingegen bekenne sich zum Multilateralismus. Er habe angekündigt, den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen zurückzunehmen. Ebenfalls rückgängig machen würde er den Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation WHO. Auch habe Biden eine Rückkehr ins Nuklearabkommen mit dem Iran in Aussicht gestellt.

Das sei entscheidend, denn die Europäische Union wäre dann nicht mehr Rivale, sondern Partner. Laut Einschätzung der SPD-Politikerin würde Biden die europäische Integration wohlwollend betrachten, Deutschland hätte wieder einen "Partner im Weißen Haus, mit dem man reden und eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen könnte."

Ex-Bundesminister über lange Auszählung überrascht

Der Bundestagsabgeordnete Christian Schmidt (CSU) aus dem Wahlkreis Fürth zeigt sich im BR-Interview überrascht, dass die Stimmenauszählung so lange dauert. Er hoffe, dass sie "heute oder in den nächsten Tagen zu Ende kommt, denn Unsicherheit ist nicht gut", sagte er in der BR-Sendung Frankenschau aktuell.

Der Ex-Bundesminister, der auch Präsident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft ist, steht nach eigenen Angaben mit fränkischen Unternehmen in Kontakt, die Produkte in die USA exportieren oder Firmenstandorte in Amerika haben. Für diese Firmen sei es wichtig, "dass die eine Möglichkeit haben, verlässlich mit den USA Partnerschaft zu haben."

"Franken hat gutes Image in den USA"

Sollte Joe Biden der nächste US-Präsident werden, wecke das Hoffnung für fränkische Forschungsunternehmen. Denn Biden habe im Wahlkampf mehrfach erklärt, dass er im Forschungsbereich zulegen wolle. Schmidt betont: Franken habe ein gutes Image in Amerika. Auf das sollten die Städte und Gemeinden mit US-Army-Standorten wie auch die fränkische Wirtschaft aufbauen, rät Schmidt. Mit diesem Pfund könnten sie für eine Verbesserung der partnerschaftlichen Beziehungen zu den USA eintreten.

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