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US-Truppenabzug: Solidarität mit Oberpfälzer Standorten | BR24

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Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Tausende Soldaten aus der Oberpfalz abziehen zu wollen, berieten sich Minister sowie Landräte und Bürgermeister der betroffenen Kommunen. In Vilseck stellten sie die erarbeitenden Ergebnisse vor.

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US-Truppenabzug: Solidarität mit Oberpfälzer Standorten

Tausende US-Soldaten sollen aus Deutschland abgezogen werden - wovon die Oberpfalz besonders stark betroffen wäre. Staatskanzlei-Chef Herrmann und Finanzminister Füracker haben mit Kommunalpolitikern in der Region über Unterstützungen beraten.

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US-Präsident Donald Trump will tausende US-Soldaten aus der Oberpfalz abziehen. Besonders betroffen wäre die Stadt Vilseck. Hier sollen 4.500 Soldaten der Stryker Brigade abgezogen werden.

Noch keine genauen Pläne für Unterstützung

Kommunalpolitiker haben sich am Samstag mit Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU), Heimatminister Albert Füracker (CSU) und dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium Thomas Silberhorn (CSU) über mögliche Alternativen nach einem Abzug beraten.

Das Wichtigste sei derzeit, im Dialog zu bleiben, betonen die Politiker. Sowohl innerhalb Bayerns als auch mit den USA. Bislang sei das vorgelegte Konzept ein Grobkonzept, so Silberhorn. Detailplanungen, einen Finanz- und Zeitrahmen gebe es noch nicht in den USA.

Alternative Ideen für Standortnutzung

Sicherheitspolitisch hält Staatskanzleichef Florian Herrmann den geplanten Abzug für "nicht nachvollziehbar", sagte er heute in Vilseck. Gleichzeitig wiederholte er das Versprechen der Staatsregierung bei einem möglichen Abzug die Kommunen zu unterstützen.

So wurde heute mit Arbeitnehmervertretern, Bürgermeistern und Landräten über mögliche Behördenverlagerungen gesprochen - etwa, wie die Bundeswehr die Liegenschaften nutzen könnte oder wie man anderweitig nicht-militärisch Kaufkraft in die Region bringen könnte.

"Werden alle Kontakte nutzen"

Das seien aber bislang nur Ideen, betonen die bayerischen Minister. Es gebe "keinen Grund zur Hektik oder Panik", so Herrmann. Zu vieles liege noch im Ungewissen, zu viele Variablen seien noch nicht bekannt. "Wir werden alle Kontakte nutzen", sagte Silberhorn für die bundespolitische Ebene. Ende Juli hatte er bereits Vertreter im Weißen Haus und im Pentagon getroffen und mit ihnen über die Auswirkungen des Abzugs aus Deutschland gesprochen.

Heimatminister Albert Füracker betonte, er fände es jammerschade, wenn man mit kurzfristigen politischen Entscheidungen langfristige Schäden in der deutsch-amerikanischen Freundschaft aber auch im militärischen Bereich auslösen würde.

Kommunalpolitiker in großer Sorge

Sämtliche Kommunalpolitiker und Mandatsträger hoffen nun auf den 3. November. Dann wird in den USA der künftige Präsident gewählt. Danach solle in den USA noch einmal über die Entscheidung nachgedacht werden, so die Forderung der Politiker.

Vilsecks Bürgermeister weist darauf hin, dass der Abzug von 4.500 Soldaten und ihren Familienangehörigen den Verlust in der Dimension einer Kleinstadt in der Region bedeute. Vilseck würde dann zum "Spielball der Weltmächte".

Neben den 4.500 US-Soldaten aus Vilseck sind auch rund 1.000 Soldaten am Standort Grafenwöhr im Gespräch, die verlegt werden könnten. Insgesamt aber hält die US-Armee an den beiden Standorten des Truppenübungsplatzes fest. In Grafenwöhr würden mehrere tausend Soldaten verbleiben, in Vilseck wenige hundert Streitkräfte. Dazu kommen die Standorte Hohenfels und Garmisch, die zur US-Garnison Bavaria gehören. Derzeit sind gut 13.000 Soldaten in der Oberpfalz stationiert.

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Besonders betroffen wäre bei einem US-Truppenabzug die Kleinstadt Vilseck nahe dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Etwa 4.500 Soldaten und 9.000 Familienangehörige sollen demnach den Standort verlassen. Der Abzug betrifft auch beispielsweise Ansbach.