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US-Truppenabzug: "Schock" für Zivilbeschäftigte in der Oberpfalz | BR24

© BR/Marcel Kehrer

Nach der Ankündigung, knapp 12.000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen, gibt es schockierte Reaktionen aus Politik- und Gewerkschaftskreisen in der Oberpfalz.

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US-Truppenabzug: "Schock" für Zivilbeschäftigte in der Oberpfalz

Nach der Ankündigung, knapp 12.000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen, gibt es entsetzte Reaktionen aus Politik- und Gewerkschaftskreisen in der Oberpfalz. Trump plane den Abzug, um seine Position in den USA zu stärken, so ein SPD-Abgeordneter.

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Die Pläne aus Washington, knapp 12.000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen, haben in der Oberpfalz schockierte Reaktionen hervorgerufen. Dass der Truppenabzug der US-Armee die Oberpfälzer Standorte Vilseck und wahrscheinlich auch Grafenwöhr trifft, lässt die Gewerkschaft Verdi um viele zivile Arbeitsplätze fürchten.

"Wir stehen im Moment gerade völlig unter Schock. Und wir machen uns enorme Sorgen um die Zukunft unserer Kolleginnen und Kollegen", erklärte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner auf BR-Anfrage.

Verdi: Abzug ist "bittere Pille für die Beschäftigten"

Es sei zu befürchten, dass der Abzug der US-Truppen massive Auswirkungen auf die Region haben kann. "Es ist natürlich zu befürchten, dass dieser Riesen-Einschlag auch langfristig eine größere Anzahl an Arbeitsplätzen hier in der Region kosten kann", sagte Birner zum BR. Viele Experten hätten davor gewarnt, Truppen abziehen zu lassen. "Und deswegen kommt es für uns als umso größerer Schock, dass es trotzdem durchgezogen wird. Das ist natürlich eine sehr bittere Pille für die Beschäftigten", so Birner.

SPD-Mann sieht "typische Trump-Aktion"

Ähnlich äußert sich Uli Grötsch, SPD-Bundestagsabgeordneter aus der nördlichen Oberpfalz und Generalsekretär der Bayern-SPD: Es gebe ja auch in den USA viele Verteidigungspolitiker, die fassungslos auf die Ankündigung des US-Präsidenten zum Truppenabzug reagiert hätten.

"Es handelt sich mal wieder um eine typische Trump-Aktion, hinter der überhaupt keine Substanz steckt, schwerstens aus der Hüfte geschossen und auch zum Nachteil seines eigenen Landes." Uli Grötsch, SPD-Bundetagsabgeordneter

Außerdem hänge die Akzeptanz der amerikanischen Präsenz in der Oberpfalz auch stark davon ab, wie viele zivile Arbeitsplätze die US-Armee hier biete. US-Präsident Donald Trump sei in einer ganz schwierigen Situation, so Grötsch: "Er liege in allen Umfragen hinten, versuche seine Haut noch zu retten und nehme die Stationierung der US-Army in Europa und bei uns in der Oberpfalz als Mittel zur Erpressung. "Aber dem rufe ich über den Atlantik gerne zu: Wir lassen uns von dir ganz bestimmt nicht erpressen", so Grötsch.

Präsident Trump begründete den Abzug vor allem mit den aus seiner Sicht weiterhin zu geringen Verteidigungsausgaben Deutschlands.

Abzug von US-Soldaten aus Vilseck und wohl auch aus Grafenwöhr

In Bayern ist Vilseck (Lkr. Amberg-Sulzbach) und laut Informationen des SWR auch Grafenwöhr (Lkr. Neustadt a.d. Waldnaab) von den Abzugsplänen betroffen. Laut Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) sind in der 6.500-Einwohner-Stadt sowie am benachbarten Standort Vilseck derzeit mehr als 10.000 Soldaten stationiert. Für die Region sei das ein enormer Wirtschaftsfaktor. So seien etwa 3.000 Einheimische bei der US-Armee und deren Vertragspartnern beschäftigt.

US-Militärs bezeichnen den Truppenübungsplatz in Grafenwöhr als "Kronjuwel", er ist laut ihren Aussagen und laut dem Grafenwöhrer Bürgermeisters Edgar Knobloch der weltweit modernste und auch größte Truppenübungsplatz der US-Armee. Hier üben die US-Armee und die Bundeswehr im Rahmen der NATO. Zur US-Garnison Bavaria gehören neben Grafenwöhr und Vilseck die Standorte Hohenfels und Garmisch. Auch in Ansbach-Katterbach ist eine Einheit der US-Armee stationiert.

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Der angekündigte Abzug der US-Truppen aus der Oberpfalz bringe wirtschaftliche Soregn mit sich. Das sagte BR-Reporterin Margit Ringer der Rundschau. Da werde der Region viel Kaufkraft verloren gehen.

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Offenbar machen die USA Ernst und ziehen Soldaten von Army-Stützpunkten in Deutschland ab. Betroffen auch der Standort Vilseck. Was das für die Region bedeutet, erfährt unser Reporter Rudolf Heinz vor Ort.

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