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US-Truppenabzug: Grafenwöhr als "Spielball der Weltpolitik" | BR24

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US-Präsident Trump will 12.000 Soldaten aus Deutschland abziehen. Ein herber Verlust für die Region um den Truppenübungsplatz Grafenwöhr, mit seinen Standorten Grafenwöhr und Vilseck. 5.500 Soldaten würden die Gegend verlassen. Ein Stimmungsbild.

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US-Truppenabzug: Grafenwöhr als "Spielball der Weltpolitik"

5.500 Soldaten will US-Präsident Donald Trump aus der Oberpfalz abziehen. Die deutsch-amerikanische Freundschaft hat hier an der Basis schon viel Weltpolitisches ausgehalten in den vergangenen 75 Jahren. Nun droht ein neuer Tiefpunkt.

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"Little America" mitten in Bayern: Der US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr mit seinen beiden Standorten Vilseck (Lkr. Amberg-Sulzbach) und Grafenwöhr (Lkr. Neustadt an der Waldnaab). Er droht zum "Spielball der Weltpolitik" zu werden. 4.500 US-Soldaten sollen mit ihren 9.000 Familienangehörigen aus Vilseck abziehen, in Grafenwöhr sind etwa 1.000 US-Soldaten betroffen.

Wohnungen stehen leer, Arbeitsplätze sind weg

Bis zu 500 Wohnungen würden dann im Vilsecker Stadtgebiet plötzlich leer stehen, sagt Bürgermeister Hans-Martin Schertl. Er bangt auch um zivile Arbeitsplätze für Deutsche, etwa 3.300 davon gibt es derzeit auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Rund 660 Millionen Euro haben die Amerikaner im Jahr 2019 außerhalb der Kasernentore ausgegeben, für Mieten, Gastronomie, Einzelhandel, Bau-Investitionen und Löhne und Gehälter für Zivilangestellte.

Amerikaner schaffen wirtschaftliche Monostruktur

Die Inhaberin des Vilsecker Traditionshotels "Angerer", Sabine Kederer, beherbergt zu 80 Prozent Amerikaner oder Geschäftsreisende, die auf dem Truppenübungsplatz zu tun haben. Bricht diese Kundschaft weg, wäre das für die Hotelchefin in 14. Generation "fatal" und ein "Desaster". Gerade jetzt, wo sie eine sechsstellige Summe in die Hand genommen hat und vieles renoviert. Auch für zig andere Unternehmen und Handwerker in der Kleinstadt ist "der Ami" wichtig. Durch die US-Armee hat sich seit 75 Jahren eine wirtschaftliche Monostruktur in der Region gebildet.

"Zusammen an einem Tisch sitzen, miteinander reden"

Der Vilsecker Bürgermeister und die Hotelchefin sind sich einig: Würden die Regierungschefs ihre persönlichen Kontakte so pflegen, wie es die Kommunalpolitiker und Amerikaner hier vor Ort seit 75 Jahren tun, gäbe es die Verwerfungen in der Weltpolitik nicht. "Zusammen an einem Tisch sitzen, miteinander reden, das nenn‘ ich Weltpolitik" sagt Sabine Kederer. Die Amerikaner bringen nicht nur viel Geld und Arbeitsplätze in die Region, sie sind auch seit 75 Jahren mit den Einheimischen befreundet.

Amerikaner schätzen Zusammenleben mit Deutschen

Raymond Tavarez Gascot war Fallschirmjäger bei der US-Armee und hat sich nach seinem Militärdienst seinen amerikanischen Traum von Freiheit und Glück in Grafenwöhr erfüllt. Der temperamentvolle Puerto-Ricaner betreibt eine Autoaufbereitung mit zehn Mitarbeitern, ist mit einer Deutschen verheiratet und schätzt die Gastfreundschaft und das internationale Flair in Grafenwöhr. Die Lebensqualität hält er hier für höher als in den USA. Dass etwa ein Drittel der hier stationierten Soldaten nun gehen sollen, findet er schade. Die amerikanischen Soldaten würden das Zusammenleben mit den Deutschen sehr genießen, sagt er. Die Erfahrungen und das Wissen, das man teile, sei ein großer Teil von dem, was Deutschland und Amerika heute ausmache.

Hoffen auf politischen Wechsel in Amerika

Noch gibt es im Pentagon kein Detailkonzept zum Truppenabzug aus Deutschland und auch keinen Zeitplan. Viele Oberpfälzer hoffen auf einen politischen Wechsel nach der US-Präsidentschaftswahl Anfang November. Doch selbst wenn Donald Trump abgewählt wird, bleibt der drohende Teilabzug der US-Soldaten aus Bayern weiterhin eine monatelange Hängepartie.

Größter und modernster Übungsplatz Europas

Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr gilt als größter und modernster Übungsplatz Europas. Hier trainierten die Amerikaner für sämtliche Einsätze im Irak und Afghanistan. Heute wird im Rahmen der NATO mit weit über 20 Nationen multinational geübt. Zusammengerechnet leben insgesamt 40.000 Amerikaner auf oder rund um den Truppenübungsplatz, davon rund 15.000 Soldaten. Zur US-Garnison Bavaria gehört auch ein Standort in Garmisch und der Truppenübungsplatz Hohenfels. Die US-Einheiten in Ansbach-Katterbach mit 4.200 Soldaten sind nicht vom geplanten Abzug betroffen.

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5.500 Soldaten will US-Präsident Donald Trump aus der Oberpfalz abziehen. Die deutsch-amerikanische Freundschaft hat hier an der Basis schon viel Weltpolitisches ausgehalten in den vergangenen 75 Jahren. Nun droht ein neuer Tiefpunkt.

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