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US-Standorte in Bayern: Geteiltes Echo nach Trump-Ankündigung | BR24

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Einige sind gelassen, andere zittern: An sechs bayerischen Standorten könnten US-Truppen abgezogen werden.

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US-Standorte in Bayern: Geteiltes Echo nach Trump-Ankündigung

Einige sind gelassen, andere zittern: An den sechs bayerischen Standorten von US-Truppen reagiert man sehr unterschiedlich auf Donald Trumps Ankündigung, knapp ein Drittel der in Deutschland stationierten US-Soldaten abzuziehen.

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Am wenigsten macht man sich derzeit in Garmisch-Partenkirchen Sorgen. Dort ist das George C. Marshall-Zentrum für Sicherheitsstudien angesiedelt, das von den deutschen und US-amerikanischen Verteidigungsministerien gemeinsam getragen wird. Am Zentrum finden Lehrgänge und Schulungen – vor allem mit Blick auf Osteuropa - statt. Eine Streichung dieser Einrichtung ist sehr unwahrscheinlich.

Gelassener Bürgermeister in Grafenwöhr

An den Oberpfälzer Standorten der US-Armee in Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels sind aktuell etwa 15.000 US-Soldaten stationiert. Zusätzlich lebt eine ähnliche Anzahl an Familienangehörigen in der Region. Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr gilt als einer der modernsten. Zuletzt wurden dort auch enorme Mittel investiert. Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden sind daher relativ gelassen. Möglicherweise könnte die Oberpfalz sogar ein Gewinner sein, wenn anderswo Streitkräfte abgezogen werden.

Fränkische Standorte wackeln

Deutlich wahrscheinlicher ist ein Abzug der US-Hubschrauber aus Ansbach-Katterbach und Illesheim (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim). Die beiden Standorte gelten als strategisch weniger wichtig. Schon im Januar war hier von einem Abzug von 1.600 Soldaten die Rede. Das wäre etwas mehr als die Hälfte der derzeit rund 3.000 in Mittelfranken lebenden US-Soldaten. Ein Sprecher der US-Armee kündigte an, dass von den etwa 110 Helikoptern in Deutschland - vor allem Black-Hawk- und Apache-Maschinen - noch rund 60 übrig bleiben sollen.

Für den Standort Ansbach konnte eine Sprecherin der US-Armee auf Anfrage des BR die Zahlen nicht bestätigen.

Trumps Vorstoß erntet viel Kritik

Die Ankündigung Trumps, 9.500 der 34.500 in Deutschland stationierten US-Soldatinnen und -Soldaten abzuziehen, findet kaum Verständnis. Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, beklagte in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), dass diese Entscheidung nicht "unter Verbündeten" abgestimmt worden sei. Kujat befürchtet aber keine entscheidende Schwächung der deutschen Sicherheit.

Der ehemalige Oberbefehlshaber des US-Heeres in Europa, Generalleutnant Frederick "Ben" Hodges, hält die Entscheidung Trumps für einen "kolossalen Fehler". Den Oberpfalz-Medien sagte er: "Die Abzugsentscheidung Trumps ist eine rein politische, der keinerlei strategische Überlegungen zugrunde liegen." Schon im vergangenen Jahr war aus Unzufriedenheit mit dem deutschen Verteidigungsetat mit einem Abzug von Streitkräften gedroht worden.

Einheimische bangen um Arbeitsplätze

Während es auch positive Stimmen gibt, die sich vor allem in Mittelfranken auf weniger Hubschrauber-Lärm freuen, wären gleichzeitig tausende Einheimische vom Abzug der Streitkräfte betroffen: Auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr sind etwa 2.600 Deutsche beschäftigt. Dazu kommen viele Arbeitsplätze in der Region, die indirekt daran hängen.

Eine endgültige Entscheidung über einen möglichen (Teil-)Abzug an den bayerischen Standorten wird allerdings erst für den November erwartet.

Eine offizielle Bestätigung der US-Pläne lässt ohnehin noch auf sich warten. Selbst Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer (CDU) konnte heute nicht mehr dazu sagen. Die Bundesregierung versucht momentan über die Botschaft in Washington an Informationen zu kommen.

Deshalb bleibt auch Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU), der aus der Oberpfalz kommt, zurückhaltend: "Es ist alles Spekulation, wir sollten uns jetzt nicht verrückt machen, sondern auf unsere Vorteile hinweisen: auf die idealen Bedingungen, die die US-Amerikaner auf den Übungsplätzen haben."

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