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US-Hubschrauber Absturz geklärt - neue Flugrouten geplant | BR24

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Nach einem Flugunfall im Landkreis Ansbach überarbeitet die US-Armee die Flugrouten ihrer Kampfhubschrauber: Sie sollen mehr Abstand zu Siedlungen halten. Im September war ein Hubschrauber mit einer Stromleitung kollidiert.

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US-Hubschrauber Absturz geklärt - neue Flugrouten geplant

Der Grund für den Flugzeugabsturz im Lindener Ortsteil Windelsbach Ende September soll ein Pilotenfehler gewesen sein. Der Kommandeur der 12. Heeresfliegerbrigade, Oberst John Broam, geht nicht von einem technischen Defekt aus.

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Die Ursache des Flugzeugabsturzes im Lindener Ortsteil Windelsbach Ende September ist anscheinend die Schuld der Piloten. Bei einem Nachtflug kam es zur Kollission mit einer Stromleitung und die Piloten mussten den Helikopter notlanden. Oberst John Broam, Kommandeur der 12. Heeresfliegerbrigade in Katterbach schloss gegenüber der Fränkischen Landeszeitung (FLZ) einen technischen Defekt des Kampfhubschraubers aus. So vermutet Broam, dass die beiden Piloten die Stromleitung trotz ihres Nachsichtgerätes übersehen haben, will jedoch wegen andauernder Untersuchungen keine weiteren Einzelheiten nennen.

Fehler des Piloten soll Absturzursache sein

Allerdings erklärte Oberst Broam, dass keine gezielten Flugübungen an Stromleitungen mit den Piloten durchgeführt werden. Da es kaum Routen ohne Stromleitungen gebe, müssen diese jedoch häufiger überflogen werden. Das Unterfliegen der Leitungen sei allerdings verboten. Auf dem Acker bei Windelsbach, in dem der Hubschrauber abstürzte, ist es gemäß den gesetzlichen Bestimmungen erlaubt, bis zehn Fuß über dem Boden zu fliegen, was etwa drei Metern entspricht. Ist ein Gebiet bewohnt, müssen 500 Fuß, also rund 150 Meter Abstand, eingehalten werden.

Neue Routen für die Flugübungen der US-Armee angekündigt

Am 24. September war ein US-Kampfhubschrauber vom Typ "Apache" aus der Kaserne in Ansbach-Katterbach in der Nähe von Windelsbach bei einer Tiefflug-Übung auf einem Feld notgelandet. Dabei durchtrennte er sechs Leitungsseile einer Stromleitung und beschädigte zwei Strommasten in der Nähe der A7. Der Nürnberger Energieversorger N-ERGIE schätzte die Reparaturkosten auf rund eine Million Euro. Die Kosten für den entstandenen Schaden werden laut der Schadensregulierungsstelle des Bundes in Nürnberg zu einem Viertel von der Bundesrepublik getragen.

Lärmbelästigung soll weniger werden

Oberst Broam kündigte gegenüber der FLZ an, dass es neue Routen für die Flugübungen der US-Armee geben soll. Bereits seit zwei Monaten sei man dabei, die bestehenden Flugrouten zu prüfen und bei Bedarf anzupassen. Die Infrastruktur habe sich in den vergangenen Jahren geändert, Orte seien gewachsen oder neue Wohngebiete entstanden. Das soll nun berücksichtigt werden. Die neuen Routen sollen laut Oberst Broam vor allem fernab von bewohntem Gebiet sein. Mit diesen soll so auch die Lärmbelästigung abnehmen, weshalb die US-Armee in Katterbach oft heftig kritisiert wird – unter anderem von der Ansbacher Bürgerinitiative "Etz langts". Piloten der US-Armee müssen sich bei ihren Übungen an Flugrouten halten.