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Urwaldkäfer nach 113 Jahren wieder im Bayerischen Wald entdeckt | BR24

© Lukas Haselberger

Eine echte Rarität: Peltis grossa. Der Flachkäfer kann bis zu zwei Zentimeter groß werden.

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    Urwaldkäfer nach 113 Jahren wieder im Bayerischen Wald entdeckt

    Im Nationalpark Bayerischer Wald ging man davon aus, dass der Urwaldkäfer "Peltis grossa" ausgestorben sei - bis jetzt: Der Käfer wurde nach 113 Jahren wieder nachgewiesen. Damit gibt es jetzt 16 Urwaldreliktkäfer im Nationalpark.

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    Der Urwaldkäfer "Peltis grossa" ist nach 113 Jahren wieder im Nationalpark Bayerischer Wald nachgewiesen worden. Das hat der Nationalpark Bayerischer Wald mitgeteilt. Mit dem Käfer, der zur Familie der Jagdkäfer gehört, gibt es nun 16 Urwaldreliktkäfer im Nationalpark. Nach Angaben des Nationalparks sind das so viele Urwaldreliktkäferarten, wie nirgendwo sonst in Bayern.

    Urwaldkäfer in Tschechien und Bayern

    Nationalpark-Forschungsleiter Prof. Jörg Müller fand das bis zu zwei Zentimeter große Insekt an einem Fichtenstumpf im Bayerischen Wald. Zuletzt wurde die Urwaldkäferart im Bayerischen Wald im Jahr 1906 bei Spiegelau (Lkr. Freyung-Grafenau) gesehen. Bisher konnte man den Urwaldkäfer nur im Alpenraum nachweisen.

    Aufmerksam gemacht wurde Müller auf die Urwaldkäferart von seinem tschechischen Kollegen, der kurz zuvor im tschechischen Nationalpark Šumava am Plöckenstein 20 Exemplare des "Peltis grossa" gefunden hatte. Auf tschechischer Seite gibt es ein kleines Reliktvorkommen des Käfers, so Müller.

    Ausbreitung durch Borkenkäfer möglich

    Die Ausbreitung des Urwaldkäfers über die Grenze nach Bayern machten der Borkenkäfer und Stürme möglich: Dadurch gibt es derzeit im Nationalpark viel Totholz mit Baumschwämmen - das wiederum braucht der Urwaldkäfer zum Überleben. "Große Schutzgebiete, die natürliche Prozesse zulassen, schaffen eben genau die Strukturen, die gefährdete Waldarten wie 'Peltis grossa' dringend benötigen", so Müller.