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Urteil im Pay-TV-Fall: Haupttäter muss ins Gefängnis | BR24

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Weil sie über 37.000 falsche Pay-TV-Abonnements verkauft und sich damit bereichert haben, wurden vier Deutsche und ein Lette am Landgericht Regensburg verurteilt. Der Haupttäter muss ins Gefängnis.

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Urteil im Pay-TV-Fall: Haupttäter muss ins Gefängnis

Weil sie über 37.000 falsche Pay-TV-Abonnements verkauft und sich damit bereichert haben, wurden vier Deutsche und ein Lette am Landgericht Regensburg verurteilt. Der Haupttäter muss ins Gefängnis.

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Fünf Männer wurden am Dienstag am Landgericht Regensburg verurteilt, weil sie über 37.000 falsche Pay-TV-Abonnements verkauft haben. Der Haupttäter muss wegen Computerbetrugs und wegen des Verstoßes gegen das Urhebergesetz für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Die vier weiteren Angeklagten haben Bewährungsstrafen zwischen 14 Monaten und zwei Jahren bekommen.

Angeklagte müssen Geld zurückzahlen

Der Haupttäter, ein 35-jähriger Deutscher, hat nach Überzeugung des Gerichts das System aufgebaut. Er war für den kaufmännischen Bereich zuständig, so ein Gerichtssprecher. Er habe am meisten von dem illegalen Geschäft profitiert. Deshalb muss er zusätzlich 187.800 Euro sogenannte Vermögensabschöpfung leisten. Das heißt, er muss das Geld zurückzahlen.

Ein 46-jähriger Lette hat den technischen Support geleitet und Wartungsarbeiten durchgeführt, so der Sprecher. Er bekam zwei Jahre auf Bewährung und muss eine Geldauflage in Höhe von 5.500 Euro wegen Beihilfe zum Computerbetrug bezahlen.

Die anderen drei Deutschen im Alter zwischen 37 und 40 Jahren fungierten als Moderatoren auf den Internetseiten. Sie wickelten unter anderem den Zahlungsverkehr ab. Alle drei waren ursprünglich Kunden der illegalen Pay-TV-Abos. Sie sind nach Überzeugung des Gerichts für das illegale Geschäft angeworben worden. Auch sie müssen neben ihren Bewährungsstrafen bis zu 18.000 Euro zurückzahlen.

Tatsächlicher Schaden schwer zu schätzen

Wieviel Schaden dem Pay-TV-Sender "Sky Deutschland" tatsächlich entstanden ist, sei schwierig einzuschätzen, heißt es. Man wisse nicht, wie viele der Kunden auch echte Abonnements bei Sky abgeschlossen hätten. Da die Gruppe international agierte, konnte ihr in nur 91 Fällen (in Deutschland) der vollendete Computerbetrug nachgewiesen werden. Deshalb wurden etliche Auslands-Abos aus der Gesamtsumme herausgerechnet und der entstandene Schaden vom Gericht von 1,6 Millionen auf knapp 235.000 Euro gesenkt.

Die Angeklagten hatten zu Prozessbeginn ihre Taten gestanden. Sie gaben zu, Internetseiten eingerichtet zu haben, über die sie jahrelang sogenannte Cardsharing- und IPTV-Angebote verkauft haben. Die Abonnenten des illegalen Pay-TV-Abos erhielten Zugang zu verschlüsselten TV-Programmen. Die bayerische Zentralstelle für Cybercrime hatte den Fall Ende letzten Jahres als einen der größten illegalen Streaming-Fälle seit Einrichtung der Behörde eingestuft.