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Missbrauchsprozess: Zehneinhalb Jahre Haft für Großvater | BR24

© Peter Kneffel / dpa

Landgericht München

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    Missbrauchsprozess: Zehneinhalb Jahre Haft für Großvater

    Im Prozess um den jahrelangen Missbrauch seiner Stiefenkel hat das Landgericht München II den Großvater zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Haft gefordert. Er hatte den Missbrauch vor Gericht gestanden.

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    Von
    • David Herting
    • Angela Braun

    Ein Großvater ist für den jahrelangen Missbrauch an seinen Stiefenkeln und deren Freunden zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 56-Jährige habe eine "dissoziale Persönlichkeit", sagte der Vorsitzende Richter. Seine "desaströse Kindheit" habe dem Angeklagte "ein völlig abseitiges Wertesystem ermittelt".

    Staatsanwaltschaft hatte 12 Jahre Haft gefordert

    Das Landgericht München sah es als erwiesen an, dass der Mann die Kinder immer wieder - bei Spielen, beim Wandern und in einem Fall sogar in einer Kirche missbraucht und vergewaltigt hat. Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Haft gefordert.

    Angeklagter entschuldigt sich bei den Opfern

    Im Prozess um hundertfachen und jahrelangen Missbrauch von Kindern hat sich der angeklagte Großvater heute bei seinen Opfern und deren Familien entschuldigt. "Ich möchte mich bei allen Beteiligten entschuldigen und das meine ich ehrlich" sagte der 56-Jährige kurz vor der Verkündung des Urteils. Die Eltern der Opfer hielten sich bei der Urteilsverkündung an den Händen. Ihre Söhne leiden nach Gerichtsangaben an massiven psychischen Problemen.

    Schwere Vorwürfe gegen katholisches Erzieherheim

    Der Prozess hatte auch heftige Vorwürfe gegen ein früheres Erziehungsheim im Landkreis Ebersberg ans Tageslicht gebracht. Denn der Angeklagte sagt , dass er dort als Kind und Jugendlicher selbst massiv missbraucht worden zu sein. Er sprach von Sexpartys und Prostitution in dem ehemaligen katholischen Piusheim in Baiern im Landkreis Ebersberg.

    Mehrere mutmaßlich Betroffenen haben sich gemeldet

    Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin Vorermittlungen ein, die noch immer nicht abgeschlossen sind. Auch das Erzbistum München und Freising hat angekündigt, die Vorwürfe aufarbeiten zu wollen. Inzwischen haben sich noch zehn weitere mutmaßliche Betroffene gemeldet.

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